Im Jahr 2050 sehen Social-Media-Influencer von heute vermutlich ganz anders aus und nicht nur, weil sie älter sind. Das Kunstprojekt „Ava“ der Künstlerplattform streetartglobe entwirft eine dystopische Vision: eine Influencerin der Zukunft, die von den physischen Folgen des ständigen Strebens nach digitaler Perfektion nach all den Jahren gezeichnet ist.
Die Kunstfigur “Ava”. (Foto: Screenshot Instagram)
Streetartglobe will mit der künstlich geschaffenen Figur zeigen, wohin ein exzessiver Lebensstil zwischen Selfies, Bildschirmen, Filtern und dauerhaftem Online-Sein führt. Was auf den ersten Blick grotesk wirkt, entpuppt sich als deutliche Warnung. Das digitale Zeitalter verändert das Verhalten der Menschen ebenso wie ihre Körper.
„Avas“ gekrümmter Nacken entsteht durch den ständigen Blick aufs Smartphone, das sogenannte „Text-Neck-Syndrom“, ein reales Phänomen, das bereits heute Influencer betrifft.
(Foto: Screenshot Instagram)
Ihre fahle Haut und dunklen Augenringe stehen für Schlafmangel, ausgelöst durch nächtliches Scrollen und Posten. Auch die digitale Augenbelastung (Computer Vision Syndrome) zeigt ihre Spuren, verursacht durch stundenlange Bildschirmarbeit und grelle Ringlichter, die in der Welt der Influencer allgegenwärtig sind.
Das Streben nach Perfektion fordert einen hohen Preis. Übermäßiger Einsatz von Fillern, ständige Hautbehandlungen und der Druck, makellos auszusehen, führen zu Hautreizungen, Kontaktdermatitis und Überfüllungssyndrom, wie streetartglobe schreibt. Selbst die Haare leiden. Enge Frisuren und Extensions verursachen Haarausfall durch zu starkes Styling.
„Ava“ leidet an verschiedensten Krankheiten, wie streetartglobe beschreibt. (Foto: Screenshot Instagram)
„Ava“ liefert keine wissenschaftliche Prognose, sondern ein künstlerisches Mahnmal. Sie soll der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und zeigen, wie stark soziale Medien Körperbild und Gesundheit prägen. Hinter der glänzenden Fassade der Influencerwelt steckt oft ein hoher Preis, psychisch wie physisch.
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