Eigentlich wollten wir nur kurz zum Steg gehen, bevor wir in unsere Pension zurückfahren. Daraus wurden fast zwei Stunden. Wir saßen auf einer der Holzbänke, beobachteten die Segelboote, die langsam in den Hafen zurückkehrten, und schauten zu, wie sich das Licht auf dem Wasser ständig veränderte. Ich weiß noch, dass ich kurz die Schuhe ausgezogen habe, weil die Holzplanken vom ganzen Tag noch angenehm warm waren.
Ein Wochenende ohne Hektik
Wir waren mit dem Auto nach Podersdorf gefahren und hatten zwei Nächte in einer kleinen Pension übernachtet. Am nächsten Morgen gab es frische Semmeln und Marillenmarmelade zum Frühstück, bevor wir uns Fahrräder ausgeliehen haben. Wir sind ein Stück am See entlang gefahren und haben immer wieder angehalten. Besonders das Schilf hat mich beeindruckt, weil man von dort ständig Vögel hören konnte, obwohl man sie kaum gesehen hat. Zwischendurch haben wir uns ein Eis geholt und einfach am Wasser gesessen, ohne auf die Uhr zu schauen.
Warum ich gerne daran zurückdenke
Wenn ich heute einen stressigen Tag habe, denke ich manchmal genau an diesen Abend auf dem Steg. Nicht nur an den Sonnenuntergang, sondern auch daran, wie ruhig alles war und dass niemand irgendwo schnell hinmusste. Diese Erinnerung hilft mir, kurz abzuschalten. Deshalb ist der Neusiedler See für mich mehr als ein schönes Ausflugsziel – er erinnert mich daran, wie gut es tut, einfach einmal nichts zu müssen. Genau aus diesem Grund möchte ich bald wieder dorthin zurückkehren.