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Gedankenlos zahlen: Wie das den Wert der Dinge verändert

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18.06.2026
3 Min.

Karte, Smartphone oder Smartwatch: kontaktloses Zahlen gehört für viele längst zum Alltag. Doch macht die einfache Bezahlung das Geldausgeben vielleicht zu leicht? Und verlieren wir dabei das Gefühl dafür, was Dinge eigentlich kosten?

Kontaktlos zahlen: Viele kleine Ausgaben summieren sich unmerklich zu großen Summen. (Foto: Shutterstock)

Vor ein paar Jahren habe ich noch oft mit Bargeld bezahlt. Ich erinnere mich daran, wie ich an der Supermarktkasse stand, mein Portemonnaie öffnete und nach den passenden Münzen suchte. Dabei habe ich jedes Mal direkt gesehen, wie viel Geld ich ausgebe. Heute läuft das ganz anders. Wenn ich einkaufen gehe, nehme ich meistens nur mein Handy oder meine Karte heraus, halte sie kurz ans Terminal und schon ist die Zahlung erledigt.

Genau das macht kontaktloses Bezahlen so beliebt. Es geht schnell, ist bequem und spart Zeit. Besonders an der Kasse merke ich, wie einfach der Bezahlvorgang geworden ist. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob diese Bequemlichkeit auch Nachteile haben kann.

Wenn ich mit Bargeld bezahle, spüre ich sofort, dass Geld verschwindet. Der Geldbeutel wird leichter und ich überlege oft noch einmal, ob ich einen Kauf wirklich brauche. Beim kontaktlosen Bezahlen fehlt mir dieses Gefühl. Ich sehe das Geld nicht direkt und denke deshalb manchmal weniger über meine Ausgaben nach.

Viele kleine Ausgaben

Diese Erfahrung habe ich selbst schon gemacht. Nach der Schule kaufe ich mir vielleicht einen Snack, später ein Getränk und auf dem Heimweg noch etwas Süßes. Jede einzelne Ausgabe wirkt klein und unbedeutend. Erst wenn ich einige Tage später auf mein Konto schaue, merke ich, wie viel Geld insgesamt zusammengekommen ist. Weil das Bezahlen so einfach geworden ist, verliere ich manchmal den Überblick.

Ähnlich ging es mir, als ich mit Freunden unterwegs war. Jeder kaufte sich hier noch einen Kaffee oder dort etwas zu essen. Ich bezahlte jedes Mal kontaktlos und dachte kaum darüber nach. Am Ende des Tages war deutlich mehr Geld ausgegeben worden, als ich ursprünglich geplant hatte. Mit Bargeld wäre mir das wahrscheinlich früher aufgefallen, weil ich jedes Mal gesehen hätte, wie viel Geld noch in meinem Portemonnaie ist.

Guter Überblick über die Ausgaben

Auf der anderen Seite hat kontaktloses Bezahlen auch einen Vorteil, den Bargeld nicht bietet. In meiner Banking-App kann ich genau nachsehen, wann ich etwas gekauft habe und wie viel Geld ich dafür ausgegeben habe. So sehe ich nicht nur den Gesamtbetrag, sondern auch, wofür mein Geld verwendet wurde. Am Ende des Monats kann ich meine Ausgaben leichter nachvollziehen und erkenne schneller, in welchen Bereichen ich besonders viel Geld ausgegeben habe. Bei Bargeld ist das oft schwieriger, weil ich mich nicht immer an jede einzelne Ausgabe erinnere.

Der Wert der Dinge

Dadurch stellt sich für mich eine interessante Frage: Wissen wir überhaupt noch, was Dinge wirklich wert sind? Wenn Geld nur noch als Zahl auf einem Bildschirm erscheint, verliert es ein Stück weit seine Greifbarkeit. Besonders junge Menschen könnten dadurch Schwierigkeiten bekommen, ihre Ausgaben richtig einzuschätzen.

Trotzdem möchte ich nicht auf kontaktloses Bezahlen verzichten. Die Vorteile sind einfach zu praktisch. Für mich ist deshalb vor allem wichtig, bewusst mit Geld umzugehen und regelmäßig zu kontrollieren, wie viel ich tatsächlich ausgebe.

Kontaktloses Bezahlen macht meinen Alltag einfacher und angenehmer. Gleichzeitig erinnert es mich daran, dass Bequemlichkeit manchmal ihren Preis hat. Denn nur weil das Bezahlen schneller geworden ist, bedeutet das nicht, dass Geld weniger wert ist.



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