Wenn ich an Coachella denke, denke ich nicht zuerst an Musik, sondern an Social Media. Dabei war das Festival früher eigentlich für etwas ganz anderes bekannt. Als Coachella Ende der 1990er-Jahre gegründet wurde, stand vor allem die Musik im Mittelpunkt. Menschen reisten dorthin, um ihre Lieblingskünstler live zu sehen, neue Musik zu entdecken und gemeinsam Festivalstimmung zu erleben. Viele legendäre Auftritte fanden dort statt, und genau das machte Coachella so besonders.
Content-Maschine für Social Media
Heute wirkt das auf mich ganz anders. Wenn man Coachella auf TikTok oder Instagram sieht, geht es meistens um Outfits, Fotoshootings und Markenkooperationen. Natürlich gibt es immer noch viele Menschen, die wegen der Musik hinfahren, aber oft habe ich das Gefühl, dass manche Besucher hauptsächlich dort sind, um Content für Social Media zu produzieren. Manchmal scheint es wichtiger zu sein, das perfekte Foto zu machen, als das Konzert zu genießen.
Ein weiterer Punkt, der mich stört, sind die extrem hohen Preise. Schon die Tickets kosten mehrere hundert Dollar. Dazu kommen Flüge, Hotels, Essen und andere Ausgaben. Wer wirklich nach Coachella reisen möchte, gibt schnell mehrere tausend Euro für ein einziges Wochenende aus. Für mich hat das nicht mehr viel mit einem normalen Musikfestival zu tun. Es wirkt eher wie ein Luxus-Event, das sich viele Menschen gar nicht leisten können.
Unrealistisches Bild
Außerdem finde ich, dass auf Social Media oft ein völlig unrealistisches Bild vermittelt wird. Dort sieht alles perfekt aus: die Outfits, die Stimmung und die Festivalanlage. Was man aber kaum sieht, sind die langen Warteschlangen, die Hitze, die Menschenmassen oder die hohen Kosten. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Coachella das perfekte Festival ist, obwohl die Realität wahrscheinlich ganz anders aussieht.
Natürlich verstehe ich, warum Coachella immer noch so beliebt ist. Dort treten einige der bekanntesten Künstler der Welt auf, und die Atmosphäre ist bestimmt etwas Besonderes. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass das Festival einen großen Teil von dem verloren hat, was es früher ausgemacht hat.
Verständliche Kritik
Meiner Meinung nach sollte bei einem Musikfestival die Musik im Vordergrund stehen. Bei Coachella scheint heute aber oft Social Media wichtiger zu sein als die eigentlichen Auftritte. Genau deshalb kann ich die Kritik an dem Festival gut nachvollziehen. Für mich wirkt Coachella inzwischen weniger wie ein Musikfestival und mehr wie eine Kulisse für Instagram und TikTok.