Mein Handy vibrierte um 2:17 Uhr nachts. Unbekannte Nummer. Ich wollte erst nicht rangehen, aber irgendetwas daran machte mich wach. Vielleicht weil niemand um diese Uhrzeit anruft, wenn nichts passiert ist. „Hallo?“ Zuerst hörte ich nur Atmen. Kein normales Atmen. Nervöses. So, als wäre jemand gerannt. Dann sagte eine Frauenstimme ganz leise: „Bitte sag ihm nicht, dass ich angerufen habe.“
Ich setzte mich sofort auf. „Wer ist da?“ Keine Antwort. Nur dieses schnelle Atmen. Im Hintergrund fuhr irgendwo ein Auto vorbei. Dann sagte sie plötzlich: „Er glaubt, ich schlafe.“
Mein Herz schlug sofort schneller. „Brauchen Sie Hilfe?“ fragte ich. Stille. Und dann, ganz ruhig: „Ich glaube, er steht vor meiner Tür.“ In dem Moment knackte es laut am Telefon. Nicht wie ein Geräusch. Eher so, als hätte jemand den Hörer weggerissen. Danach war die Leitung tot.
Ich rief sofort zurück. Die Nummer existierte nicht.
Am nächsten Morgen dachte ich zuerst, ich hätte alles geträumt. Bis ich mein Handy öffnete. Der Anruf war noch da. 2:17 Uhr. Dauer: 43 Sekunden. Seit drei Tagen starre ich nachts manchmal auf mein Handy und hoffe gleichzeitig, dass diese Nummer nie wieder anruft.