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"Die Algorithmen lernen schnell von eurem Verhalten"

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22.06.2026
2 Min.

Sind wir den Maschinen der großen Social Media-Plattformen ausgeliefert? Diesen Maschinen, die uns manipulieren, steuern und uns weit mehr als wir denken zu ihren Spielfiguren machen? Nicht wenn es nach der Kommunikationswissenschaftlerin Annie Waldherr geht. Hier gibt sie Tipps, wie wir uns wehren können.

Sie wollen uns steuern, aber wir können uns wehren: Die Algorithmen der Social Media-Plattformen verlieren ihre Macht, wenn wir wissen, wie wir mit ihnen umgehen können. (Foto: Shutterstock)

In sozialen Medien sehe ich jeden Tag viele politische Inhalte. Besonders häufig erscheinen in meinem Feed Beiträge über Donald Trump sowie über den Konflikt zwischen dem Iran, den USA und Israel. TikTok zeigt mir diese Themen immer wieder, weil ich solche Videos oft anschaue.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Annie Waldherr erklärt, wie das funktioniert. Sie forscht an der Universität Wien zu sozialen Medien und deren Einfluss auf die öffentliche Diskussion. „Der Feed, wie ich ihn in sozialen Medien sehe, ist sehr stark algorithmengesteuert. Die Algorithmen lernen schnell von meinem Verhalten und zeigen mir eher Posts, die meiner Meinung schon entsprechen. Die Hauptwirkung ist, dass es einen in der Meinung bestärkt, die man schon hat“, sagt sie.

Warum immer ähnliche Inhalte erscheinen

Algorithmen beobachten unser Verhalten. Wenn ich mehrere Videos über Donald Trump anschaue, schlägt mir TikTok häufig weitere Beiträge zu diesem Thema vor. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, als beschäftige sich die ganze Welt mit denselben Themen.

Deshalb hinterfrage ich politische Inhalte kritisch. Ein einzelnes Video zeigt oft nur einen kleinen Ausschnitt einer Geschichte.

Worauf ich bei politischen Beiträgen achte

Wenn ich einen politischen Beitrag sehe, prüfe ich zuerst die Quelle. Ich schaue nach, wer den Beitrag veröffentlicht hat und woher die Informationen stammen. Seriöse Inhalte nennen Quellen und liefern Belege für ihre Aussagen.

Annie Waldherr betont die Bedeutung der Quellenprüfung. „An den Inhalten selbst erkennt man es oft schwer. Wichtig ist die Quelle: Wer postet das, welches Interesse steht dahinter, und woher hat die Person ihre Information? Man sollte wirklich die Quelle checken.“

Warum Influencer oft Vertrauen gewinnen

Viele Influencer wirken sympathisch und nahbar. Deshalb schenken ihnen viele Menschen Vertrauen. Trotzdem garantiert Bekanntheit keine richtigen Informationen.

Annie Waldherr erklärt: „Auf sozialen Medien bekommt nicht unbedingt die Person mit Expertise das Vertrauen, sondern es zählt eher, wie sympathisch sie mir ist und ob ich mich mit ihr identifizieren kann. Bei Influencern entsteht oft eine parasoziale Beziehung, fast wie zu einem Freund, und dann hinterfragt man die Expertise nicht mehr.“

Mehr als eine Plattform nutzen

Für politische Informationen nutze ich mehrere Medien. Ich verlasse mich nicht nur auf TikTok. Zeitungen, Nachrichtenportale und Radiosender bieten zusätzliche Perspektiven.

Annie Waldherr empfiehlt: „Ich würde immer empfehlen, mehrere Medien zu nutzen und eine breitere Information-Diät zu haben. Man sollte sich nicht nur auf einer Plattform informieren und nicht nur auf TikTok darauf vertrauen, dass man dort alles Wichtige gesagt bekommt.“ Wer verschiedene Quellen vergleicht, kann Informationen besser einordnen und sich eine eigene Meinung bilden.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.