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Die letzten fünf Minuten vor dem Klingeln. Was sagen sie uns?

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04.05.2026
2 Min.

Normalerweise vergehen die letzten Minuten vor dem Unterricht recht schnell. Aber heute ist es anders: Ich beobachte genau, was in diesen letzten fünf Minuten passiert und plötzlich fühlt sich jede Sekunde viel intensiver an.

Kurz vor dem Unterricht liegt immer eine gewisse Anspannung in der Luft. (Foto: Shutterstock)

Noch fünf Minuten

Die Uhr tickt, aber irgendwie fühlt sich jede Sekunde anders an. Ich schaue nach vorne, dann zur Tür, dann wieder auf die Uhr. Ich werde unruhig. Wieso eigentlich? Ich sitze doch jeden Tag in der Schule und erlebe diese fünf Minuten. Warum stressen sie mich so?

Minute fünf

Die Uhr hängt vorne über der Tafel. Noch fünf Minuten. Es ist laut, aber nicht richtig laut. Gespräche beginnen und brechen wieder ab. Jemand lacht kurz auf, ein Stift fällt zu Boden. Ich sitze da und weiß nicht genau, was ich machen soll. Mein Heft liegt offen vor mir, aber ich lese nichts. Alle wirken beschäftigt, aber eigentlich wartet jeder nur.

Minute vier

Ein paar setzen sich hin, andere stehen noch. Stühle rutschen, Taschen werden geöffnet und wieder geschlossen. Ich schaue kurz zur Tür, obwohl dort niemand steht. Irgendwie fühlt es sich an, als müsste gleich etwas passieren. Die Zeit zieht sich. Vier Minuten wirken länger, als sie eigentlich sind.

Minute drei

Es wird langsam ruhiger, ohne dass jemand etwas sagt. Gespräche werden kürzer, manche schauen einfach nach vorne. Ich merke, wie auch ich stiller werde, ohne es zu wollen. Plötzlich hört man einzelne Geräusche deutlicher: ein Reißverschluss, ein Husten, Schritte am Gang.

Minute zwei

Fast alle sitzen jetzt, viele schauen immer wieder zur Tür. Jemand richtet noch schnell seine Sachen, als hätte er etwas vergessen. Ich schaue wieder auf die Uhr. Zwei Minuten. Jetzt fühlt es sich nicht mehr lang an, sondern eher zu kurz – als würde die Zeit plötzlich schneller laufen.

Minute eins

Es ist fast still. Nur noch ein paar flüstern. Ich sitze einfach da und warte. Alle wirken bereit, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Die Stimmung hat sich komplett verändert. Vor ein paar Minuten war noch alles durcheinander, jetzt ist alles gespannt.

Minute null

Die Tür geht auf. Alle schauen gleichzeitig nach vorne.

Was ich damit sagen will

Seit ich diese fünf Minuten einmal bewusst beobachtet habe, wirken sie für mich nicht mehr so nebensächlich wie früher. Eigentlich passiert fast nichts Besonderes und trotzdem verändert sich in dieser kurzen Zeit die ganze Stimmung im Raum. Aus Laut wird Leise, aus Chaos wird Spannung. Jeder wartet auf denselben Moment, aber jeder geht anders damit um.

Mir ist dabei aufgefallen, wie ähnlich wir uns oft sind, auch wenn man das im Alltag kaum merkt. Viele wirken entspannt, schauen aber trotzdem ständig zur Tür oder auf die Uhr. Andere reden viel, vielleicht nur, damit die Stille nicht unangenehm wird. Und ich selbst mache wahrscheinlich genau dasselbe, ohne es wirklich zu merken.

Ich glaube, ich werde in Zukunft öfter auf solche kleinen Momente achten, nicht nur auf das Große oder Offensichtliche, sondern auch auf das Dazwischen. Genau dort zeigt sich manchmal am meisten über andere Menschen und auch über einen selbst.