Kultur Wien Fakten
KI-optimiert

Eigenes Start-up mit 20? Die sechs Gründer der App CIRCL erzählen wie

Profile Image
Volontär · campus a
01.07.2026
3 Min.

Sechs junge Gründer aus Niederösterreich bauen in Wien ein Start-up auf, das ein Problem ihrer Generation lösen will: verpasste Events im digitalen Dauerrauschen. campus a trifft zwei der jungen Gründer, die erzählen wie aus einer Vision ein Unternehmen entsteht.

 

 

„Die große Vision ist, die Fortgeh-Plattform für Jugendliche und Studierende zu werden.“ Start-up Gründer Sebastian Paar (l.) und Marco Gayer (r.) haben große Pläne (Foto: Michael Mbala)

„Ich glaube, wenn du ein Start-Up gründest ist der wichtigste Faktor, flexibel zu sein und auch zu bleiben“, sagt Marco Gayer, Co-Gründer von CIRCL. Gayer will für jedes Problem eine kreative und neue Lösung finden. „Das funktioniert nur, wenn du stetig am neuesten Stand bist und motiviert bleibst“, sagt er. Am 18. Mai dieses Jahres gewinnen Gayer und sein Team 1.000 Euro beim Entrepreneurship Avenue Pitch Award. Kurz danach machen sie ihre App öffentlich verfügbar. Heute haben mehr als 2.000 Wiener CIRCL auf dem Smartphone.

„Immer mehr Jugendliche wissen nicht, wo Events stattfinden, oder sie erfahren erst im Nachhinein davon“, sagt Gayer. Hier sehen die CIRCL-Gründer ihre Chance.

Im Sommer 2024 beschließt Gayer mit fünf Freunden eine App zu starten, sie wollen die Lücke zwischen Veranstaltern und Gen-Z schließen. „Was wir mit unserer Plattform für die Veranstalter bieten wollen, ist ein direkter Zugang zu ihrer Zielgruppe“, sagt Mitgründer Sebastian Paar. Bisher wächst das junge Unternehmen, Gewinn erzielen sie aber noch nicht. campus a trifft die beiden 20-jährigen Niederösterreicher am Donaukanal.

Der „Missing Link“ zwischen Event und Zielgruppe

„Wenn du ein Start-up gründest, musst du einfach mal schauen, ob das Produkt überhaupt Bedarf hat“, sagt Gayer. „Das haben wir sehr lange gemacht, über Social-Media-Posts und im Gespräch mit Freunden.“ Die Teammitglieder gehören selbst zur Generation Z und haben einen guten Draht in die Zielgruppe.

Im Oktober 2025, gut ein Jahr nach der ersten Idee, veranstaltet die RIZ UP Gründeragentur Niederösterreich ihren jährlichen Wettbewerb für niederösterreichische Geschäftsideen. Gayer und sein Team nehmen teil und gewinnen in der Kategorie „Regional Genial“ den dritten Platz. Mit den 2.000 Euro startet das sechsköpfige Team in die Entwicklungsphase für ihre App.

Wie aus einer Idee ein Geschäftsmodell wird

Mit der Corona-Pandemie hat sich auch die Eventszene verändert. Viele Clubs würden ihre Events mit Methoden vermarkten, die diese Generation nicht so einfach erreichen, sagt Paar. „Die Veranstalter, also die klassischen Clubs, müssen kreativer im Marketing werden, um neue Menschen zu erreichen”, sagt Gayer.

Die Veranstalter sind die wichtigste Einnahmequelle für CIRCL. Nach einer zweimonatigen Probezeit kostet das Abo 7,99 Euro, damit können sie ihre Veranstaltungen direkt in der App bewerben. Für manche Events bekommt CIRCL auch eine Provision im Ticketverkauf. „Wir sind gerade noch im Aufbau, da geht es für uns vor allem um Systemerhalt.“ 150 bis 200 würden sie im Monat verdienen, sagt er. Damit können sie ihre laufenden Kosten decken.

„Wir haben nicht wirklich viel Geld investiert, weil wir eigentlich fast alles mit unseren eigenen Ressourcen und mit den Preisgeldern abdecken konnten“, sagt Gayer. Zurzeit hätten alle im Team noch andere Jobs, um ihre Lebenskosten zu decken. „Das Ziel ist aber natürlich, irgendwann CIRCL zum Hauptpunkt zu machen und davon leben zu können“. Das Team ist derzeit klein, die beiden Programmierer Niklas Hochstöger und Leon Schießwald gründeten selbst mit, externe Investoren hat CIRCL noch nicht. „Da evaluieren wir gerade, ob das für uns sinnvoll ist oder nicht“, sagt Gayer.

Mehr Begegnung statt mehr Bildschirmzeit

„Junge Leute sitzen immer mehr vorm Handy und immer mehr zu Hause und alleine“, sagt Gayer. „Wir wollen genau das Gegenteil dieser Bewegung sein und die Leute wieder rausbringen und wieder Begegnung schaffen.“

„Vor allem in Wien funktionieren nischige Events gut, von Locations, die es vorher nicht wirklich gab“, so Gayer. Das passe sehr gut zur Generation Z. „Ich mach was Neues oder Außergewöhnliches, auch verbunden mit dem Gedanken an social media und die nächste Story“, sagt er.

Die Zukunft der Eventszene

„Wir sind gerade guter Dinge“, sagt Paar. „Dementsprechend wollen wir aber auch jetzt größer werden und wachsen“. CIRCL kommuniziere viel mit Veranstaltern und Clubtreibern, um zu wissen, wie genau sie ihnen helfen können, die zeigten auch immer mehr Interesse, sagt er. In der Zukunft wollen Gayer und Paar die App noch sozialer für die Benutzer machen. „Die große Vision ist, die Fortgeh-Plattform für Jugendliche und Studierende zu werden“, sagt Paar. „Wir starten in Wien, das Ziel ist aber in weitere Städte zu gehen, auch über Österreich hinaus.“



Kommentare