Im Frühjahr wurden auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius mehrere Hantavirus-Fälle bestätigt. Insgesamt handelt es sich bisher um etwa sieben bis elf Erkrankungen, darunter auch mehrere schwere Verläufe und mindestens drei Todesfälle. Da die Passagiere aus verschiedenen Ländern stammen, wird der Vorfall international untersucht und von Organisationen wie der WHO und dem ECDC überwacht.
Was ist das Besondere an diesem Ausbruch?
Dieser aktuelle Ausbruch ist deshalb besonders, weil es Hinweise darauf gibt, dass möglicherweise ein Virus-Typ beteiligt ist, der in seltenen Fällen auch zwischen Menschen übertragen werden könnte. Normalerweise ist das Hantavirus jedoch nicht von Mensch zu Mensch ansteckend.
Typischerweise erfolgt die Übertragung über Nagetiere, vor allem über die Rötelmaus. Menschen infizieren sich meist, wenn sie Staub einatmen, der mit Urin oder Kot der Tiere verunreinigt ist, zum Beispiel in Kellern, Scheunen oder alten Gebäuden.
Situation in Europa
In Europa ist das Hantavirus kein neues Problem, sondern tritt jedes Jahr auf. Besonders betroffen sind Länder wie Deutschland, Finnland, Schweden und Österreich. Dort werden jährlich mehrere hundert bis einige tausend Fälle gemeldet, je nach Jahr und Wetterbedingungen.
Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC betont jedoch, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung weiterhin sehr gering ist und keine Gefahr einer größeren Ausbreitung besteht.
Lage in Österreich
Auch in Österreich kommt das Hantavirus regelmäßig vor. Die Zahl der Fälle schwankt, liegt aber meist bei etwa zwanzig bis über hundert Erkrankungen pro Jahr. Die meisten Fälle verlaufen mild, schwere Verläufe sind selten und Todesfälle kommen nur sehr selten vor.
Besonders betroffen sind ländliche Gebiete und Regionen mit vielen Nagetieren, vor allem in Wäldern und alten Gebäuden.
Übertragung und Symptome
Eine Ansteckung erfolgt fast immer durch den Kontakt mit infizierten Mäusen oder deren Ausscheidungen. Typische Symptome treten nach etwa ein bis vier Wochen auf und beginnen oft mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen kann es zu Nierenproblemen kommen.
Fazit
Das Hantavirus ist ein seit Langem bekannter Erreger, der in Europa regelmäßig vorkommt. Der aktuelle Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff ist ein ernst zu nehmendes, aber begrenztes Ereignis mit nur wenigen Fällen. Für die Bevölkerung in Europa und Österreich bleibt das Risiko insgesamt niedrig, solange einfache Hygieneregeln eingehalten werden.