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Fußball-WM: Trump macht Sport-Influencern das Leben schwer

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29.06.2026
5 Min.

Zur Fußball WM 2026 reisen Millionen Fans in die USA, nach Kanada und Mexiko. Auch Influencer wollen vor Ort Videos drehen, streamen und posten. Doch die USA warnen: Wer mit einem Touristenvisum einreist und mit Content Geld verdient, kann gegen Einreisebestimmungen verstoßen. Es ist ein Warnsignal für die ganze Branche.

Die USA warnen ausländische Influencer vor monetarisiertem Content mit Touristenvisum (Foto: Shutterstock)

Früher fuhren Fußballfans zur Weltmeisterschaft, machten Fotos im Stadion und erzählten später ihren Freunden davon. Heute sieht das anders aus. Viele reisen nicht nur als Fans, sondern auch als Content Creator. Sie filmen ihre Anreise, zeigen Hotelzimmer, testen Stadionessen, streamen vor dem Spiel und laden Minuten später ein Video auf TikTok, YouTube oder Instagram hoch.

Genau daraus entsteht jetzt ein Problem. Die USA warnen ausländische Influencerinnen und Influencer vor der WM 2026 davor, mit einem Touristenvisum monetarisierte Inhalte zu produzieren. Laut Berichten von WIRED, El País und mehreren US Medien erklärten U.S. Customs and Border Protection und das Department of Homeland Security, dass Content Produktion mit dem Ziel, Geld zu verdienen, als Arbeit gelten kann. Dafür brauche es das passende Visum. (WIRED⁠)

Die WM wird zur Bühne für Creator

Die Fußball WM 2026 ist nicht nur ein Sportereignis, sondern auch ein riesiges Medienereignis. Insgesamt sind 104 Spiele geplant. Die USA richten 78 davon aus, verteilt auf elf Städte, darunter Los Angeles, New York, Miami, Dallas, Houston, Seattle, Atlanta und San Francisco. Laut WIRED werden in den Gastgeberländern rund 6,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet, davon etwa 3,7 Millionen in den USA. (WIRED⁠)

Für Influencer ist so ein Turnier perfekt. Überall gibt es Geschichten: volle Stadien, Fans aus aller Welt, teure Tickets, Reisen, Emotionen, Streit, Essen, Hotels und Stars. Ein Creator muss nicht einmal Sportjournalist sein, um daraus Content zu machen. Ein kurzes Video aus der Warteschlange vor dem Stadion kann schon Hunderttausende Aufrufe bekommen.

Eine typische Szene sieht so aus: Ein Influencer steht vor dem Hard Rock Stadium in Miami, hält sein Handy in die Luft und ruft: „Ich nehme euch heute mit zum Spiel.“ Im Hintergrund singen Fans, jemand hält eine Fahne hoch, der Clip ist nach wenigen Sekunden online. Für normale Fans ist das Erinnerung. Für professionelle Creator kann es Einkommen sein.

Der Unterschied liegt beim Geld

Genau hier ziehen die US Behörden die Grenze. Wer als Tourist kommt und private Erinnerungen postet, ist nicht automatisch betroffen. Wer aber mit dem klaren Ziel einreist, Content zu erstellen und damit Geld zu verdienen, bewegt sich laut Behörden in Richtung Arbeit.

„Coming to the United States with the sole purpose of creating content as an influencer, thereby generating earnings from the United States while in the country, is considered work and requires the appropriate visa“, erklärten U.S. Customs and Border Protection und das Department of Homeland Security laut WIRED und El País. Dieser Satz verdeutlicht, dass Influencer nicht mehr nur als private Internetnutzer gesehen werden, sondern als arbeitende Medienpersonen. (WIRED⁠)

Das ist für viele Creator kompliziert. Ihre Arbeit sieht oft aus wie Freizeit. Sie sitzen im Stadion, essen Burger, filmen Fans und sprechen in die Kamera. Trotzdem verdienen manche damit Geld durch Werbung, Plattform Einnahmen, Sponsoren, Affiliate Links oder Markenkooperationen. Für Behörden zählt dann nicht, ob die Tätigkeit Spaß macht, sondern ob sie wirtschaftlich ist.

Influencer werden sichtbarer kontrollierbar

Ein weiteres Problem: Influencer dokumentieren ihre eigene Arbeit öffentlich. Wer in einem Video erzählt, dass er extra in die USA gereist ist, um WM Content zu produzieren, liefert den Behörden im Zweifel selbst Hinweise. KWTX zitierte einen Hinweis aus der Berichterstattung von El País mit den Worten: „Their own videos give them away.“ Dieser Satz verdeutlicht, wie sichtbar Influencer im Vergleich zu vielen anderen Berufsgruppen sind. (https://www.kwtx.com⁠)

Man kann sich das leicht vorstellen. Am Flughafen sagt jemand, er komme als Tourist. Auf TikTok zeigt dieselbe Person später tägliche bezahlte WM Videos, verlinkt Sponsoren und bewirbt eine Marke. Was für Follower wie normaler Content wirkt, kann aus Sicht der Behörden ein Verstoß gegen Visaregeln sein.

Für Creator ist das besonders heikel, weil Inhalte schnell viral gehen können. Ein Video, das eigentlich für die eigene Community gedacht war, kann plötzlich auch Journalistinnen, Behörden oder Plattformen erreichen. Social Media macht Arbeit nicht nur sichtbar, sondern speicherbar.

Es geht um mehr als ein paar Videos

Der Streit zeigt, wie schlecht klassische Regeln oft zur Creator Economy passen. Ein Touristenvisum wurde für Reisen, Besuche und Freizeit gemacht. Influencer arbeiten aber häufig dort, wo andere Urlaub machen. Ein Stadionbesuch kann gleichzeitig privates Erlebnis und beruflicher Auftrag sein.

FIFA und große Plattformen setzen selbst immer stärker auf Creator. WIRED berichtet, dass FIFA Vereinbarungen mit Plattformen wie YouTube und TikTok getroffen hat, um die Reichweite der WM auf Social Media zu erhöhen. Dabei sollen internationale Influencer besonderen Zugang zu Spielen und Aktivitäten rund um das Turnier bekommen. (WIRED⁠)

Genau dadurch entsteht ein Widerspruch. Einerseits wollen Sportveranstalter die Reichweite von Influencern nutzen. Andererseits müssen diese Creator rechtlich sauber arbeiten. Wer eingeladen wird, braucht deshalb nicht nur Kamera, Akku und Mikrofon, sondern auch die richtige Einreisegrundlage.

Creator müssen professioneller werden

Für kleinere Influencer wirkt das vielleicht übertrieben. Viele denken: Ich poste doch nur Videos. Aber sobald Geld fließt, ist es eben nicht mehr nur ein Hobby. Markenkooperationen, Plattform Einnahmen und gesponserte Reisen machen aus Content eine wirtschaftliche Tätigkeit.

„Content Creator are no longer just fans with phones, they are part of the media economy“, sagt der Autor dieses Beitrags. Dieser Satz verdeutlicht, warum solche Regeln künftig wichtiger werden. Influencer konkurrieren mit klassischen Medien, verdienen Geld mit Aufmerksamkeit und arbeiten oft international. Dann müssen sie sich auch mit rechtlichen Fragen beschäftigen.

Das kann nervig sein, ist aber logisch. Ein Kamerateam eines Fernsehsenders würde auch nicht einfach mit Touristenstatus in ein Land reisen, um dort beruflich zu drehen. Bei Influencern war diese Grenze lange unscharfer, weil sie kleiner, schneller und persönlicher auftreten.

Ein Warnsignal für die ganze Branche

Die WM 2026 könnte deshalb ein Wendepunkt werden. Nicht, weil plötzlich niemand mehr posten darf, sondern weil Staaten genauer hinschauen, wenn Creator mit Reisen, Events und Werbung Geld verdienen. Wer professionell auftreten will, muss professionell planen.

Für Influencer bedeutet das: Vor einer Reise muss geklärt werden, ob Content monetarisiert wird, ob Sponsoren beteiligt sind und welches Visum nötig ist. Für Plattformen und Veranstalter bedeutet es, dass Creator Kooperationen nicht nur kreativ, sondern auch rechtlich sauber organisiert werden müssen.

Am Ende zeigt der Fall, wie groß die Influencer Branche geworden ist. Wenn ein Handyvideo vor einem Stadion rechtlich zur Arbeit werden kann, ist klar: Influencer sind längst nicht mehr nur Leute, die „ein bisschen posten“. Sie sind Teil einer globalen Medienwirtschaft geworden.



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