Ich war zu einem Kindergeburtstag von einem Jungen aus meiner Klasse eingeladen. Die Feier fand bei ihm zuhause statt. Im Garten standen Plastikstühle. Auf dem Tisch lagen Chips, Kuchen und diese kleinen Becher mit Orangensaft, die es irgendwie auf jedem Kindergeburtstag gab.
Am Anfang war alles normal. Wir spielten Fußball im Garten und später noch ein Fangspiel. Aber irgendwann merkte ich, dass ich nicht mehr richtig dazu gehörte. Die anderen Jungs hatten plötzlich ihre eigenen Witze und liefen ständig miteinander herum. Immer wenn ich irgendwo dazukommen wollte, waren sie schon wieder woanders.
Ich erinnere mich, dass ich irgendwann alleine auf einer Schaukel saß und so tat, als wäre alles in Ordnung. Eigentlich wollte ich nur nicht zeigen, dass ich mich ausgeschlossen fühlte.
Dann kam die Mutter des Geburtstagskindes zu mir. Sie fragte ganz normal, warum ich alleine saß. Ich wusste nicht, was ich antworten sollte und sagte einfach: „Nur so.“
Rettung durch Erwachsene
Sie blieb kurz stehen und meinte, ich solle mich zu ihr und den anderen Erwachsenen an den Tisch setzen. Anfangs war mir das ein wenig unangenehm, weil ich ein Kind war und sie über ganz andere Dinge redeten.
Aber sie behandelte mich nicht so, als würde ich stören. Sie gab mir ein Stück Kuchen, fragte mich Dinge über die Schule und hörte wirklich zu, obwohl ich wahrscheinlich nur Unsinn erzählte. Nach einer Weile fühlte ich mich plötzlich gar nicht mehr so fehl am Platz.
Was mir daran in Erinnerung geblieben ist
Eigentlich war das nur eine kleine Situation. Trotzdem ist sie mir bis heute im Kopf geblieben. Nicht wegen des Geburtstags selbst, sondern weil jemand bemerkt hat, dass ich mich unwohl fühle.
Für mich bedeutet Gastfreundschaft genau das: dass jemand darauf achtet, ob sich andere willkommen fühlen. Manchmal reicht schon ein Platz am Tisch oder ein normales Gespräch, damit sich ein Mensch nicht mehr ausgeschlossen fühlt.