Vor ein paar Tagen habe ich meiner Mama versprochen, dass ich die Wäsche aufhänge. Ich wollte das auch wirklich machen. Dann habe ich mich aber nur ganz kurz aufs Sofa gesetzt und mein Handy genommen. Aus den geplanten zwei Minuten wurden plötzlich viel mehr. Ich habe Videos angeschaut und ein bisschen mit Freunden geschrieben. Irgendwann kam meine Mama ins Zimmer und die Wäsche lag immer noch dort, wo sie vorher gelegen hatte. Das Problem war nicht, dass ich keine Lust hatte. Ich hatte es einfach komplett vergessen. Die Folge: Handyverbot.
Eine komische Beobachtung
Am Anfang fand ich das richtig unfair. Aber nach ein paar Tagen ist mir etwas aufgefallen. Wir vergessen erstaunlich viele Dinge, obwohl wir uns ganz sicher sind, dass wir sie gleich erledigen werden. Wir sagen zum Beispiel: „Ich räume gleich mein Zimmer auf.“ Oder: „Ich bringe gleich die Teller in die Küche.“ In dem Moment meint wir das sogar ernst. Aber dann machen wir kurz etwas anderes und plötzlich ist eine Stunde vergangen.
Ohne Handy ist vieles anders
Seit ich mein Handy nicht mehr habe, sitze ich manchmal einfach herum oder schaue aus dem Fenster. Dabei merke ich, wie oft meine Gedanken hin und her springen. Erst denke ich an die Schule, dann an Fußball, dann daran, was es zum Mittagessen gibt. Manchmal vergesse ich sogar, woran ich vor einer Minute noch gedacht habe.
Was dahinterstecken könnte
Vielleicht vergessen wir Dinge gar nicht, weil sie uns egal sind. Vielleicht gibt es einfach zu viele Sachen, die gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit wollen. Das Handy ist dabei wahrscheinlich nicht immer unschuldig. Es zeigt ständig neue Nachrichten, Videos oder andere interessante Sachen. Da kann ein Wäschekorb ziemlich langweilig wirken.
Mein Handyverbot finde ich immer noch nicht toll. Aber durch die Sache mit der Wäsche habe ich etwas Interessantes beobachtet: Zwischen „Ich mache das gleich“ und „Ich habe es vergessen“ liegen manchmal nur ein paar Minuten. Und deshalb hänge ich die Wäsche jetzt meistens sofort auf. Meistens jedenfalls.