Unsere Generation ist wahrscheinlich die erste, die praktisch rund um die Uhr online ist. Wir wissen sofort, wenn jemand auf Urlaub fährt, eine neue Beziehung hat oder feiern geht. Eigentlich sollten soziale Medien uns verbinden. Trotzdem habe ich oft den Eindruck, dass sie uns unter Druck setzen.
Wir sehen ständig Menschen, die scheinbar alles richtig machen. Sie reisen durch die Welt, sehen perfekt aus, gründen Unternehmen oder erleben jeden Tag etwas Aufregendes. Rational wissen wir zwar, dass soziale Medien nur die Highlights zeigen. Trotzdem vergleichen wir unser eigenes Leben oft mit diesen perfekt inszenierten Ausschnitten.
Verpassen wir wirklich etwas
Das Problem ist, dass wir dadurch das Gefühl bekommen können, ständig etwas zu verpassen. Die Party, zu der wir nicht eingeladen wurden. Die Reise, die wir uns nicht leisten können. Die Erlebnisse, die andere posten, während wir zuhause lernen müssen.
Besonders in der Schulzeit kann das belastend sein. Viele Jugendliche stehen ohnehin unter Druck, gute Leistungen zu bringen und Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Wenn dann noch der Eindruck entsteht, dass alle anderen ein aufregenderes Leben führen, wird dieser Druck nicht gerade kleiner.
Ich glaube nicht, dass soziale Medien grundsätzlich schlecht sind. Sie ermöglichen Kontakte, Informationen und Unterhaltung wie nie zuvor. Das eigentliche Problem ist, dass wir kaum gelernt haben, bewusst damit umzugehen.
Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass niemand sein komplettes Leben auf Instagram postet. Hinter jedem perfekten Bild stehen auch schlechte Tage, Stress und Unsicherheiten. Nur sieht man diese meistens nicht.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Nicht alles, was online perfekt aussieht, ist auch perfekt. Manchmal ist das echte Leben außerhalb des Bildschirms interessanter als jeder Feed.