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"Ihr solltet unbedingt die Quellen checken"

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22.06.2026
2 Min.

In den sozialen Medien lassen wir uns eher von Gefühlen wie Sympathie als von glaubwürdiger Expertise leiten. Wie das zum Problem wird und was das für unser Online-Verhalten bedeuten sollte, erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin Annie Waldherr.

Sie sind ja sympathisch, unsere Influencer*innen, aber wissen sie auch, wovon sie reden? (Foto: Shutterstock)

Auf TikTok erscheinen in meinem Feed oft politische Videos. Vor Kurzem stieß ich auf einen Beitrag über den Klimawandel. Das Video hatte viele Likes und Kommentare, deshalb sah ich es mir genauer an.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Annie Waldherr beschäftigt sich mit sozialen Medien und deren Einfluss auf die öffentliche Diskussion. Sie ist Professorin an der Universität Wien und erforscht, wie Themen in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erhalten.

Wie Algorithmen unseren Feed gestalten

Annie Waldherr erklärt, dass Algorithmen entscheiden, welche Inhalte im Feed erscheinen. Dabei orientieren sie sich vor allem an den Interessen der Nutzerinnen und Nutzer.

„Die Algorithmen lernen schnell von meinem Verhalten und zeigen mir eher Posts, die meiner Meinung schon entsprechen“, sagt Waldherr. Deshalb erscheinen auf TikTok oft mehrere Videos zum selben Thema oder mit ähnlichen Ansichten. Wer häufig bestimmte Inhalte ansieht, bekommt davon meist noch mehr vorgeschlagen.

Quellen prüfen statt alles glauben

Wenn ich ein Video anschaue, prüfe ich zuerst, wer es veröffentlicht hat und woher die Informationen stammen. Seriöse Beiträge nennen ihre Quellen und belegen ihre Aussagen.

Annie Waldherr empfiehlt, Inhalte kritisch zu hinterfragen. „Man sollte wirklich die Quelle checken“, sagt sie. Das Klimavideo wirkte auf mich glaubwürdig, da es Daten und Erklärungen enthielt.

Warum Sympathie oft wichtiger wirkt als Fachwissen

Auf sozialen Medien spielen Gefühle häufig eine große Rolle. Viele Menschen vertrauen Influencern, da sie sympathisch und nahbar wirken.

„Auf sozialen Medien bekommt nicht unbedingt die Person mit Expertise das Vertrauen, sondern es zählt eher, wie sympathisch sie mir ist“, erklärt Annie Waldherr. Fachwissen allein reicht deshalb oft nicht aus, um Menschen zu überzeugen.

Verschiedene Quellen nutzen

Für eine gute Information lohnt sich der Blick auf mehrere Medien. Wer sich nur auf eine Plattform verlässt, erhält oft nur einen kleinen Ausschnitt eines Themas.

Annie Waldherr rät deshalb: „Man sollte sich nicht nur auf einer Plattform informieren.“ Durch den Vergleich unterschiedlicher Quellen lassen sich verschiedene Sichtweisen kennenlernen und Informationen besser einordnen.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.