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Immer weniger Jugendliche beginnen eine Lehre

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16.06.2026
2 Min.

Österreichische Betriebe suchen Nachwuchs, doch viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Warum eigentlich?

Lehrberufe: Das Image ist nach wie vor schlecht. (Foto: Shutterstock)

Wien. Eine Ausbildung im Betrieb, eigenes Einkommen und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Die Lehre bietet Jugendlichen viele Vorteile. Trotzdem entscheiden sich in Österreich immer weniger junge Menschen für diesen Ausbildungsweg. Zahlreiche Betriebe haben Schwierigkeiten, geeignete Lehrlinge zu finden.

Besonders betroffen sind Berufe im Handwerk, in der Gastronomie, im Tourismus und im technischen Bereich. Viele Unternehmen suchen monatelang nach Nachwuchskräften. Bleiben Lehrstellen unbesetzt, fehlen später ausgebildete Fachkräfte. Das kann langfristig zu Problemen für die gesamte Wirtschaft führen.

Schlechtes Image

Ein Grund für den Rückgang ist das schlechte Image mancher Lehrberufe. Viele Jugendliche glauben, dass eine weiterführende Schule oder ein Studium automatisch bessere Zukunftschancen bietet. Körperlich anstrengende Arbeit, unregelmäßige Arbeitszeiten und eine teilweise niedrige Bezahlung schrecken zusätzlich ab.

Dabei kann eine Lehre gute berufliche Möglichkeiten eröffnen. Lehrlinge sammeln früh praktische Erfahrungen und verdienen bereits während ihrer Ausbildung Geld. Nach dem Abschluss werden Fachkräfte in vielen Branchen dringend gesucht. Außerdem gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung, zur Meisterprüfung oder zur sogenannten Lehre mit Matura.

Respektvoller Umgang gefordert

Auch die Betriebe tragen Verantwortung. Jugendliche erwarten heute gute Arbeitsbedingungen, respektvollen Umgang und ausreichend Unterstützung während ihrer Ausbildung. Unternehmen, die Lehrlinge nur als billige Arbeitskräfte einsetzen, machen den Beruf unattraktiv. Eine gute Betreuung kann dagegen dazu führen, dass junge Menschen langfristig im Betrieb bleiben.

Fachleute fordern deshalb eine bessere Berufsorientierung an Schulen. Schülerinnen und Schüler sollten frühzeitig verschiedene Berufe kennenlernen und Betriebe besuchen können. Schnuppertage und Praktika könnten dabei helfen, falsche Vorstellungen abzubauen.

Zusammenarbeit nötig

Die Lehre bleibt ein wichtiger Teil des österreichischen Bildungssystems. Damit sie wieder attraktiver wird, müssen jedoch Schulen, Unternehmen und Politik zusammenarbeiten. Nur wenn Jugendliche faire Bedingungen und echte Zukunftsperspektiven erhalten, werden sich wieder mehr von ihnen für eine Lehrausbildung entscheiden.


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