„Wir sehen uns morgen in der Schule!“, sagt meine beste Freundin zu mir. Ich antworte: „Elisa, heute ist der letzte Schultag, ab morgen wird alles anders.“ Für einen Moment sehen wir uns einfach nur an. In diesen Blicken steckt so viel von dem, was wir gemeinsam erlebt haben. Stress, Aufregung, Unmotivation, Angst und noch vieles mehr. Aber genau in diesem Moment habe ich nur die guten Erinnerungen im Kopf: unsere Klassengemeinschaft, die Hilfsbereitschaft, lustige Momente im Unterricht, Klassenfahrten und vieles mehr. Da wird mir erst richtig klar, wie sehr ich das alles vermissen werde.
Das soll ein kleiner Anstoß sein, die eigene Schulzeit bewusster zu genießen. Ich weiß, sie ist nicht immer leicht. Aber wenn ihr bei eurer Matura zurückblickt, wird sie ganz bestimmt ein schöner und prägender Meilenstein sein.
Ich besuche derzeit die vierte von fünf Klassen einer berufsbildenden höheren Schule und merke immer mehr, wie schnell die Zeit vergeht. Plötzlich steht diese große Frage im Raum: Was mache ich nach der Matura? Eine Entscheidung, die sich riesig anfühlt. Aber ich versuche mir selbst zu sagen, dass ich mich nicht zu sehr unter Druck setzen muss. Wenn mir zum Beispiel ein Studium nicht gefällt, kann ich mich immer wieder umentscheiden. Nicht alles hängt von dieser einen Entscheidung ab.
Viele Optionen
Am Anfang hilft es, sich bewusst zu machen, wie viele Möglichkeiten es eigentlich gibt. Natürlich gibt es die zwei „klassischen“ Wege: nach der Matura arbeiten oder ein Studium beginnen. Aber es gibt noch viel mehr:
Work and Travel, also Reisen, die ich mir mit wechselnden Jobs finanziere, Au Pair, bei dem ich in einer Gastfamilie lebe und auf Kinder aufpasse, Freiwilligendienste wie ein soziales Jahr oder der Zivildienst, oder auch Kombinationen, zum Beispiel Studium und Nebenjob oder zuerst arbeiten und später studieren.
Ich persönlich interessiere mich für einen Auslandsaufenthalt nach der Matura, möchte aber nicht gleich ein ganzes Jahr weg sein. Gedanken wie Heimweh, ob ich mich gut verständigen kann oder schnell Freunde finde, begleiten mich dabei. Meine Mama arbeitet in einem internationalen Hotel und hat mir eine Website empfohlen, auf der verschiedene Auslandsangebote gesammelt sind. Vielleicht hilft sie auch jemand anderem weiter: worldpackers.com.
Interessen in den Vordergrund stellen
Ich kenne immer noch viele, die ihren späteren Job stark nach den Vorstellungen ihrer Eltern auswählen. Aber es ist meine Zukunft. Deshalb versuche ich, mich selbst besser kennenzulernen: Worin liegen meine Stärken? Was interessiert mich wirklich? Für mich ist das Wichtigste, später einen Job zu haben, der mir zumindest größtenteils Freude macht. Natürlich ist nicht jeder Tag perfekt. Aber morgens aufzustehen und nicht schon beim Gedanken an die Arbeit genervt zu sein, ist für mich entscheidend.
Veränderungen
Ein Punkt, der mir besonders schwerfällt, sind Freundschaften und Beziehungen. Ich merke, wie sehr ich daran hänge, dass gerade alles so ist, wie es ist. Gleichzeitig weiß ich, dass sich vieles verändern wird. Ich sehe meine Freunde jetzt fast jeden Tag in der Schule, kenne meine Klasse gut, und in einem Jahr wird das alles anders sein.
Trotzdem glaube ich, dass Veränderung auch etwas Gutes ist, auch wenn sie sich am Anfang ungewohnt und vielleicht sogar schmerzhaft anfühlt. Freundschaften verschwinden nicht einfach, nur weil sich der Alltag verändert. Man sieht sich vielleicht seltener, aber wenn beide Seiten wollen, bleibt die Verbindung bestehen.
Abschließend ist mir noch wichtig: Ich bin mit diesen Gedanken nicht allein. Alle stehen irgendwann vor der Frage, wie es nach der Schule weitergeht. Es hilft, darüber zu sprechen, sich auszutauschen und vielleicht auch Dinge auszuprobieren, zum Beispiel durch Praktika. So finde ich Schritt für Schritt heraus, was wirklich zu mir passt.