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Millionär vor Matura: Tischtennistrainer-Sohn wird mit Aktien reich

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Redakteurin · campus a
31.07.2026
3 Min.

Gerade hatte der tschechische Tischtennistrainer Josef Plachy noch einen Job beim Linzer Froschberg, plötzlich kann er ohne Bedenken in Rente gehen. Der Grund: sein minderjähriger Sohn hat sich an seinem Computer am Aktienhandel versucht und ist damit reich geworden.

Mit seinen Investments ermöglichte der Teenager seinem Vater einen vorzeitigen Ruhestand (Foto: Shutterstock)

Wenn der Schultag endet, gehen die meisten Teenager mit ihren Freunden in die Stadt, zum Sport oder entspannen zu Hause mit einer Serie. Der Sohn des tschechischen Tischtennistrainers Josef Plachy ist da anders. Er hat nebenbei eine ungewöhnliche Beschäftigung gefunden. Nach der Schule sitzt der Teenager vor dem Computer und handelt mit Aktien. Auf dem Bildschirm wächst sein Depot zwischen Kursdiagrammen und Tabellen immer weiter. Dem Vernehmen nach befindet sich sein Vermögen mittlerweile im sechsstelligen Bereich.

Trader im Gymnasium 

Eigentlich ist Plachys Sohn noch zu jung, um in Aktien zu investieren. Sowohl in Österreich als auch in Tschechien dürfen junge Investoren erst mit vollendetem achtzehntem Lebensjahr ein eigenes Wertpapierdepot eröffnen und an der Börse handeln.

Dennoch beginnt der Teenager am Computer seines Vaters mit der Renditejagd. Mit großem Erfolg: er wird nicht nur sehr reich, sondern macht sich sogar schon bei internationalen Börsengurus einen Namen, erzählte Tischtennis-Klubmanager Robert Renner gegenüber der Krone.

Frühzeitiger Ruhestand

Einen Nachteil hat der Erfolg des Teenagers allerdings auch: sein Vater beendet nach nur zwei Jahren seine Karriere als Tischtennistrainer beim Linzer Froschberg, sehr zum Leidwesen von Renner. 

Zweimal war der Profispieler Josef Plachy schon bei den Olympischen Spielen dabei. Entsprechend groß war die Begeisterung, als er mit September 2024 als neuer Trainer beim Froschberg Linz startete. 

Beim Europecup-Finale Ende Mai ist der Erfolgstrainer noch beim Froschberg und feiert mit dem Team einen Triple-Gewinn, dann geht er in den Ruhestand. Dank seines Sohnes rund zehn Jahre früher als erwartet. Die Familie hat sich ein Haus in Prag gekauft und genießt in der Stadt der hundert Türme nun wahrscheinlich den neu erlangten Reichtum.

Die Familie geht nicht in die Öffentlichkeit und auch das Froschberg-Team möchte nicht campus a sprechen. Über ehemalige Mitarbeiter wolle man sich öffentlich nicht mehr äußern, sagt der Clubmanager am Telefon. Auch zum Sohn möchte sich das Team nicht äußern.

Ein junger Millionär

Dem Vernehmen nach, musste Plachy 2025 in Tschechien 250.000 Euro Steuern nachzahlen. Daraus lässt sich ein grobe Gewinnrechnung ableiten.

In der Tschechischen Republik gibt es keine gesonderte Kapitalertragsteuer. Kapitalgewinne sind Teil der gesamten Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer und unterliegen progressiven Steuersätzen, die von der Höhe des Bruttoeinkommens abhängen, so der Wirtschaftsprüfer PwC. Das sind entweder fünfzehn oder dreiundzwanzig Prozent.

Sollte die Steuernachzahlung von 250.000 Euro ausschließlich dem Steuersatz von fünfzehn Prozent unterliegen, entspräche das rechnerisch einem steuerpflichtigen Betrag von rund 1,67 Millionen Euro. Bei 23 Prozent wären es immer noch 1,08 Millionen.

Noch mehr junge Börsenbarone

Der Teenager wäre nicht der erste junge Anleger, der mit Börsengeschäften ein Vermögen macht.

Richard Schäli war sieben Jahre alt, als er um 2014 seine erste Aktie kaufte. Ein Jahr später erhöhte er seinen Einsatz von 100 auf 120 Franken und der Ehrgeiz packte ihn. Mit zehn Jahren investierte er das Geld seiner Familie, mit elf gewann er einen Trading-Wettbewerb mit mehreren 1000 Prozent virtuellem Gewinn.

Mit sechzehn Jahren managte Schäli bereits ein achtstelliges Vermögen und gründete seine eigene Vermögensverwaltung Secanta Capital.

Nach dem Börsengewinn kommt die Matura

Christon „The Truth” Jones war elf Jahre alt, als er um 2018 mit dem Aktienhandel begann. Als Startkapital nutzte er 5.000 US-Dollar, die er mit einem selbst geschriebenen Buch zum Thema Mobbing verdient hatte. Er investierte primär in große Tech-Aktien wie Apple und Microsoft und baute so innerhalb von drei Jahren sein Millionenvermögen auf.

Den Großteil des Geldes, das er mit vierzehn besaß, investierte er wieder. Jedoch nicht alles: einen kleinen Teil gönnte er sich für einen Toyota, einen Mercedes und eine Rolex.

Sowohl Schäli als auch Jones sind heute erfolgreiche Geschäftsleute. Ob aus Plachys Sohn eines Tages ein professioneller Investor wird? Das wird sich wohl erst in ein paar Jahren zeigen. Vorerst steht für ihn aber noch die Matura auf dem Programm.



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