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"Populismus teilt Menschen in zwei Gruppen ein: In das gute Volk und die bösen Eliten"

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23.06.2026
2 Min.

In einem Interview sprach der Politikwissenschaftler Laurenz Ennser-Jedenastik von der Universität Wien über Populismus. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie Politik und Medien funktionieren.

Der falsche Weg: Populisten schüren Emotionen und spielen gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus. Die Demokratie leidet. (Foto: Shutterstock)

Populismus gehört derzeit zu den Themen, über die man in sozialen Medien, im Fernsehen oder in Diskussionen immer wieder stolpert. Krisen wie Inflation und Migration lösen Unsicherheit aus. Gleichzeitig verbreiten soziale Medien einfache und emotionale Botschaften besonders schnell.

Doch was ist Populismus eigentlich? Ennser-Jedenastik erklärt: „Populismus ist eine Sicht auf die Welt, nach der der entscheidende Konflikt der zwischen einer bösen, korrupten Elite und einem sogenannten wahren Volk ist, das von dieser Elite hintergangen wird." Populismus teilt die Gesellschaft also in zwei Gruppen: das „gute Volk" und die „böse Elite".

Warum populistische Parteien junge Menschen ansprechen

Populistische Parteien sprechen oft einfacher und direkter als klassische Parteien. Sie bieten klare Antworten auf komplizierte Probleme. Ennser-Jedenastik beschreibt ihre Strategie: „Populistische Parteien wollen sich selbst zum Sprachrohr der Menschen da unten machen. Ihre Argumente greifen oft Gruppen an der Spitze heraus, zum Beispiel andere Politiker, reiche Menschen oder Journalisten." Besonders in sozialen Medien funktionieren solche Botschaften gut, weil sie kurz, emotional und leicht verständlich sind. Plattformen wie TikTok oder Instagram gehören für viele Jugendliche zu den wichtigsten Informationsquellen über Politik. So erreichen populistische Botschaften junge Menschen oft schneller als lange Parteiprogramme.

Zählt meine Stimme überhaupt?

Vor der ersten Wahl fragen sich viele, ob ihre einzelne Stimme etwas bewirkt. Ennser-Jedenastik gibt eine ehrliche, aber überraschende Antwort: „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine einzelne Stimme den Ausschlag gibt, ist sehr gering. Trotzdem gehen ganz viele Millionen Menschen wählen, aus einem Gefühl der Verbundenheit und aus der Idee, dass sie als große Gruppe etwas verändern können." Entscheidend ist die Summe. „Der Einfluss jeder und jedes Einzelnen ist vielleicht nicht riesig. Aber in Summe sind die Wählerinnen und Wähler extrem mächtig und können den Kurs eines Landes sehr stark beeinflussen", sagt der Politikwissenschaftler. Gerade für junge Menschen ist das wichtig: Nur wenn sie wählen, nehmen Parteien ihre Anliegen wie Bildung, Klimaschutz oder leistbares Wohnen ernst.

Meine Einschätzung

Populismus bleibt für viele attraktiv, weil er einfache Antworten auf schwierige Fragen anbietet. Populistische Politiker greifen echte Sorgen auf, die viele Menschen beschäftigen. Ihre Lösungen wirken jedoch oft zu einfach für komplexe Probleme. Mich überzeugen deshalb sachliche Diskussionen und konkrete Lösungen mehr als einfache Versprechen. Und egal, welche Partei man am Ende gut findet: Wählen zu gehen ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, die eigene Zukunft mitzugestalten.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.