Eigentlich sollte es eine unvergessliche Luxusreise werden. Doch plötzlich wurde das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ zum Schauplatz einer Gesundheitskatastrophe. Mehrere Passagiere klagten über hohes Fieber oder Atemprobleme, drei starben. Die Ursache: An Bord wurde das gefährliche Hantavirus entdeckt. Hantaviren sind behüllte RNA-Viren. Sie sind seit den 1950er-Jahren bekannt. Damals infizierten sich rund 3.000 Soldaten in Korea mit dem Virus.
Der Name leitet sich vom Grenzfluss Hantan ab, der zwischen Nord- und Südkorea fließt. Erst 1977 gelang es Wissenschaftlern, das bis dahin unbekannte Hantavirus direkt nachzuweisen. Hantaviren treten weltweit auf. In Deutschland sind zwei krankheitsauslösende Hantavirus-Arten bekannt. Sie werden von Rötel- oder Brandmäusen auf den Menschen übertragen. Die Übertragung erfolgt durch den Kot oder Urin von infizierten Nagetieren, der als Staub vom Menschen eingeatmet wird. Die Erkrankungen beim Menschen verlaufen unterschiedlich schwer. Häufig gibt es keine oder nur leichte Symptome, sodass Betroffenen die Infektion zunächst nicht auffällt.
Das Virus kann tödlich enden
Mitteleuropäische Hantavirus-Arten verursachen grippeähnliche Infektionen, mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber, über 38 Grad Celsius. Aber auch Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sind möglich. In späteren Krankheitsphasen kann es zu Blutdruckabfall und schließlich zu Nierenfunktionsstörungen kommen, bis zu akutem Nierenversagen. Schwere Verläufe müssen dringend im Krankenhaus behandelt werden. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Hantavirus sollte man sich laut RKI sofort an einen Arzt wenden.
Besonders gefährlich ist die sogenannte Andes-Variante des Virus. Anders als die meisten Hantaviren kann sie in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wissenschaftler beobachten die Situation deshalb sehr genau.
Die Nachricht vom Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ verbreitete sich weltweit und weckte bei vielen Erinnerungen an den Beginn der Coronapandemie. Besonders erschreckend ist, dass einige Passagiere das Schiff bereits verlassen hatten, bevor der Ausbruch öffentlich bekannt wurde. Gesundheitsbehörden versuchen nun, mögliche Kontaktpersonen ausfindig zu machen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Das Risiko besteht, ist aber überschaubar
Trotzdem zeigt dieser Vorfall, wie verletzlich unsere moderne Welt ist. Krankheiten können sich durch Reisen innerhalb kürzester Zeit international verbreiten. Vor allem Kreuzfahrtschiffe gelten als problematisch, weil viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Meiner Meinung nach sollte es auf solchen Schiffen strengere Gesundheitskontrollen geben. Außerdem finde ich, dass Informationen über mögliche Gefahren schneller veröffentlicht werden sollten, damit Menschen rechtzeitig reagieren können. Gleichzeitig sollte man aber auch keine unnötige Panik verbreiten, sondern sachlich informieren.
Der Vorfall auf der „Hondius“ beweist erneut, dass selbst kleine Viren weltweit große Auswirkungen haben können. Viele Fragen sind noch offen, doch eines ist sicher: Die Angst vor neuen Krankheiten begleitet die Menschheit auch nach Corona weiterhin.