Wer heute durch soziale Medien scrollt, stößt schnell auf Videos wie „What I eat in a day“ oder „So habe ich zehn Kilo abgenommen“. Influencer*innen teilen ihre Erfahrungen, geben Tipps und präsentieren Produkte, die angeblich zu einem gesünderen Leben führen sollen. Besonders wir Jugendliche, lassen sich davon beeinflussen, weil die Inhalte einfach verständlich und oft sehr überzeugend dargestellt werden.
Viele Influencer*innen wirken nahe und authentisch. Dadurch entsteht Vertrauen. Während man früher eher Fachleute oder Bücher zu Ernährungsthemen befragte, holen sich heute viele ihre Informationen direkt aus den sozialen Medien.
Wenn Reichweite wichtiger ist als Fachwissen
Das Problem ist jedoch, dass nicht alle Influencer*innen eine Ausbildung im Bereich Ernährung haben. Trotzdem geben manche von ihnen Ratschläge, die wie professionelle Empfehlungen wirken. Oft werden bestimmte Produkte beworben, weil dafür Geld bezahlt wird. Dabei steht nicht immer die Gesundheit der Follower im Mittelpunkt.
Besonders kritisch sind Trends wie Detox-Kuren oder extrem einseitige Ernährungsformen. Wer solche Tipps ungeprüft übernimmt, kann seiner Gesundheit sogar schaden.
Inspiration oder Irreführung?
Natürlich müssen soziale Medien nicht grundsätzlich schlecht sein. Viele Influencer*innen motivieren ihre Community zu einer ausgewogenen Ernährung oder zeigen einfache Rezepte für den Alltag. Solche Inhalte können inspirieren und Menschen dazu bringen, sich mehr mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen.
Die Grenze zur Irreführung wird jedoch überschritten, wenn unrealistische Versprechen gemacht werden. Aussagen wie „Dieses Getränk verbrennt Fett“ oder „Mit dieser Diät nimmst du garantiert ab“ können falsche Erwartungen wecken. Besonders junge Menschen sind anfällig für solche Botschaften, weil sie oft noch lernen müssen, Informationen kritisch zu hinterfragen.
Mehr als nur ein Trend
Influencer haben heute zweifellos einen großen Einfluss auf das Ernährungsverhalten vieler Menschen. In manchen Fällen übernehmen sie sogar teilweise die Rolle von Ernährungsberaterinnen. Trotzdem können sie Fachleute nicht ersetzen. Wer Ernährungstipps aus dem Internet nutzt, sollte immer prüfen, ob die Informationen glaubwürdig sind und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Soziale Medien können inspirieren – die Verantwortung für die eigene Gesundheit sollte man jedoch nicht allein Influencer überlassen.