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Warum der Schikurs in Obertauern für mich mehr als nur Spaß war

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09.05.2026
3 Min.

Ob Schikurs, Sommersportwoche oder Abschlusslehrfahrt: genau das sind die Erlebnisse aus der Schulzeit, an die sich die meisten Menschen gerne zurückerinnern. Aber was ist eigentlich der Sinn dieser Ausflüge? Gibt es daran auch schlechte Seiten? Und was sagen eigentlich unsere Lehrkräfte dazu?

Nicht jeder kann sich die Klassenfahrt leisten. (Foto: shutterstock)

Der erste Abend in Obertauern war laut, chaotisch und irgendwie genau deshalb so gut. Überall standen Gruppen von Schüler:innen mit Skischuhen im Gang, irgendwo lief Musik aus einem Zimmer und aus dem Gemeinschaftsraum hörte ich Gelächter und durcheinandergerufene Namen. Einige kannten sich schon seit Jahren, andere hatten davor vielleicht noch nie miteinander gesprochen. Trotzdem dauerte es nicht lange, bis gemeinsam Karten gespielt, Tischtennis gespielt oder einfach stundenlang geredet wurde. Genau in solchen Momenten fällt auf, wie schnell aus vielen einzelnen Klassen plötzlich eine Gemeinschaft entstehen kann.

Spaß, Gemeinschaft und Erinnerungen, die bleiben

HTL-Schikurs in Obertauern: Gemeinsam mit rund 60 anderen Schüler:innen, von denen ich einige davor kaum oder gar nicht gekannt hatte. Doch eine Woche lang gemeinsam in einer Jugendherberge zu wohnen, tagsüber zusammen Sport zu machen und am Abend verschiedene Aktivitäten zu erleben, kann unglaublich viel zur Schulgemeinschaft beitragen.

Gerade an einer Schule mit knapp 1000 Schüler:innen verliert sich der Kontakt außerhalb der eigenen Klasse oft schnell. Genau deshalb sind Veranstaltungen wie diese so wichtig. Egal ob beim Dartturnier am Abend oder bei gemeinsamen Einkehren auf der Hütte, die Gemeinschaft steht fast immer im Mittelpunkt. Auch das Verhältnis zu den Lehrkräften verändert sich auf solchen Fahrten oft positiv, weil plötzlich Gespräche entstehen, für die im normalen Schulalltag kaum Platz bleibt.

Auch ich habe aus dieser Woche sehr viel Positives mitgenommen. Einerseits konnte ich die Bindung zu meinen eigenen Klassenkolleg:innen stärken, andererseits habe ich viele neue Menschen kennengelernt, mit denen ich inzwischen sogar an klassenübergreifenden Projekten arbeite. Vor allem bleiben aber die vielen lustigen, chaotischen und manchmal vielleicht auch ein bisschen peinlichen Erinnerungen hängen, an die ich heute noch gerne zurückdenke.

So positiv solche Fahrten sein können, gibt es trotzdem auch Seiten, über die deutlich seltener gesprochen wird.

Soziale Überforderung und das Kostenproblem: die Schattenseiten dahinter

Doch was ist mit Schüler:innen, deren soziale Batterie nicht dafür ausreicht, eine ganze Woche lang ständig von Menschen umgeben zu sein? Ein dichtes Programm, wenig Rückzugsmöglichkeiten und kaum echte Ruhe können schnell überfordernd werden. Wenn zusätzlich noch Spannungen mit den Zimmerkolleg:innen dazukommen, kann so ein Ausflug im schlimmsten Fall sogar zu Angstzuständen oder massiven Schlafproblemen führen. Wichtig ist in solchen Situationen allerdings, sich an die betreuenden Lehrkräfte zu wenden, weil sich für solche Probleme oft Lösungen finden lassen.

Ein weiteres Problem ist der finanzielle Aspekt. Für eine Woche innerhalb Österreichs bezahlt eine Familie durchschnittlich etwa 300 bis 500 Euro – bei Reisen ins Ausland oft noch deutlich mehr. Das sind Kosten, die sich nicht jede Familie leisten kann oder will. Dadurch entsteht leider schnell das Gefühl, ausgeschlossen zu sein, weil gemeinsame Erinnerungen, Erlebnisse oder Insider-Witze fehlen. Wichtig ist allerdings zu wissen, dass es für einkommensschwächere Familien Unterstützungsmöglichkeiten und Zuschüsse gibt.

Bezahlter Urlaub oder Horrortrip? Was sagen Lehrkräfte dazu?

Gerade bei jüngeren Schüler:innen kann eine Klassenfahrt schnell zu einem 24-Stunden-Job für Lehrkräfte werden. Egal ob Heimweh, Krankheit oder Streit zwischen Zimmerkolleg:innen. Nächte ohne Unterbrechungen sind eher selten. Trotzdem erzählen viele Lehrer:innen, wie wichtig genau solche Ausflüge für die Klassengemeinschaft sind. Gleichzeitig bekommen auch sie die Möglichkeit, ihre Schüler:innen einmal außerhalb des normalen Unterrichts kennenzulernen.

Für mich persönlich gehören Klassenfahrten inzwischen zu den Dingen, die den Schulalltag erst wirklich besonders machen. Fast jedes Jahr sind sie eines meiner Highlights, und viele Erinnerungen daran bleiben länger im Kopf als manche normalen Unterrichtstage.