Seit einigen Monaten kursiert in den sozialen Medien der sogenannte „Manosphere“-Trend. Er wird von Influencern, Online-Gruppen und Podcastern verbreitet. Ziel des Trends ist es, junge Männer zu beeinflussen und sie dazu zu bringen, die Influencer zu idealisieren.
Doch was genau ist „Manosphere“
Es ist ein Begriff, den frauenfeindliche Männer verwenden, um ihrer Gruppe einen Namen zu geben. Diese Männer reden abfällig über Frauen, halten an traditionellen Ehevorstellungen fest und behandeln ihre Ehefrauen und Freundinnen mit großer Respektlosigkeit. Sie sehen sie lediglich als Hausfrauen, die zu nichts anderem fähig sind. Sie behandeln Frauen in ihren Streams schrecklich, schlagen sie, zwingen sie zu Oralsex während der laufenden Aufnahme, bespucken sie und nehmen ihnen alles ab, was sie haben.
Teil der Manosphäre zu sein, bedeutet in ihren Augen, der klügste Mann der Welt zu sein. Sie wollten Frauenfeindlichkeit für Männer normalisieren. Weil sie selbst keine Rechte hatten und nun welche besitzen, halten sie es für völlig in Ordnung, ihnen diese Rechte wieder zu nehmen. Frauen kämpfen bis heute politisch um ihre Freiheit. Und währenddessen gibt es ignorante Männer wie diese, die sich freuen, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet, Frauen zu diffamieren.
Auf welche Plattformen könnt ihr mehr über Manosphere herausfinden?
Es gibt Streaming-Plattformen wie Kick, Twitch und TikTok, auf denen diese Influencer gerne aktiv sind. Dort erzählen sie, wie nutzlos Frauen für sie seien und wie erfolgreich sie durch den Verkauf von Aktienkursen an junge Leute geworden sind. Gleichzeitig behandeln sie Frauen respektlos, indem sie OnlyFans-Models engagieren, die neben ihnen sitzen und für das junge Publikum sexy posieren. Und während des Streams, in dem sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein junges Publikum aufhält, bieten sie dem Influencer selbst Oralsex an.
Wer sind die beliebtesten Influencer?
Wie bereits erwähnt, gibt es viele Mitglieder in der Manosphere-Community, aber die drei bekanntesten sind Myron Gaines, Harison Sullivan und Ed Matthews. Diese drei haben vieles gemeinsam, bis auf eine Sache: Ihre Mütter sind nicht alle mit diesem Verhalten einverstanden. Harison Sullivans Mutter ist alleinerziehend und findet seinen Umgang mit Frauen nicht in Ordnung, steht aber dennoch voll und ganz hinter ihrem Sohn. Ed Matthews' Mutter ist eine sehr nette Frau, die nicht viel Kontakt zu ihm hat, ihn aber dennoch unterstützt. Und Myron Gaines' Mutter ist sogar seine Inspiration für seinen sportlichen und unabhängigen Stil.
Warum sind diese Influencer stark gehated von der TikTok Community?
Da diese Influencer immer etwas zu sagen haben, ist es wirklich schwierig, alles einzeln zu zitieren, aber ich werde Harrison Sullivan mit einem sehr harten Zitat zitieren, das er über eine Frau abgegeben hat, wo er sagte und ich zitiere: "Es sollte illegal sein, dass Mädchen ohne Hintern herumlaufen, es ist eine absolute Abscheulichkeit für die Gesellschaft, es ist schrecklich."
Dieses Zitat hat TikTok richtig aufgerüttelt, und er wurde von den Männern auf TikTok gefeiert, gleichzeitig, aber auch kritisiert. Myron Gaines hingegen betont ständig, dass Frauen nicht wählen und keine Rechte haben sollten, und zitiert: „Frauen haben kein Mitspracherecht, also sollten sie nicht wählen.“ Ein ziemlich harter Kommentar gegenüber einem Diskussionspartner, der lediglich versucht, deinen Standpunkt zu verstehen.
Wieso sollten wir vermeiden, so einen Trend Aufmerksamkeit zu geben?
Ich denke, das Wichtigste ist, wie bereits erwähnt, dass dies ein sehr ernstes Thema weltweit ist. Femizid ist eine der erschreckendsten Bedrohungen für Frauen. Der Eindruck, Frauen hätten keine Rechte und man könne sie wie Objekte behandeln und mit ihnen machen, was man wolle, ist zutiefst beunruhigend. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Prominenten einem sehr jungen Publikum Ratschläge geben, dessen Frontallappen noch nicht vollständig entwickelt ist. Daher können sie diese Informationen nicht detailliert verarbeiten und versuchen einfach, zuzuhören und es nachzumachen. Sie denken, alles, was Erwachsene sagen, sei Gesetz.
Ich denke, wir alle befürworten Meinungsfreiheit und das Recht auf eine eigene Meinung, aber Diskriminierung ist ein ganz anderes Thema. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir die Freiheit haben, unser Leben zu leben, ohne dass uns jemand vorschreibt, was wir zu tun haben. Niemand hat es verdient, von irgendjemandem gesagt zu bekommen, dass er etwas nicht tun darf. Frauen sollten nicht von frauenfeindlichen Männern gehasst werden, nur weil diese kein Selbstbewusstsein haben. Wir können alle dankbar sein, dass wir nicht in der Vergangenheit leben, in der die Regeln schrecklich und unethisch waren. Lasst uns einfach im Hier und Jetzt leben, ohne Hass gegen irgendjemanden zu hegen.
