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Warum ich handgeschriebene Briefe spannender finde als Chats

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23.05.2026
2 Min.

Fast alle schreiben fast nur noch Nachrichten auf dem Handy. Deshalb finde ich es überraschend, wie besonders ein echter handgeschriebener Brief wirken kann. Für mich steckt darin viel mehr Persönlichkeit als in kurzen Chats.

Wann habt ihr euren letzten handgeschriebenen Brief bekommen, zwischen all den Chats? (Foto: Pexels)

Wann hast du zuletzt einen Brief geschrieben oder bekommen? Ich musste darüber nachdenken, als wir in der Schule die Aufgabe bekommen haben, eine ältere Person über ihre Schulzeit zu befragen. Nachdem mir dann vor ein paar Monaten meine Oma einen handgeschriebenen Brief geschickt hat, habe ich mir genau diese frage gestellt. Darin erzählte sie von ihrer Schulzeit, davon, wie streng die Lehrer damals waren und wie sie jeden Morgen zu Fuß zur Schule gegangen ist. In einer Zeile schrieb sie: Manchmal dauerte der Weg zur Schule länger, als der ganze Schultag. Der Brief lag nicht einfach zwischen anderen Nachrichten auf meinem Handy, sondern stand tagelang sichtbar auf meinem Schreibtisch. Irgendwann habe ich ihn zusammengefaltet und in eine Schublade gelegt. Dort liegt er heute noch.

Bewusster und Persönlicher

Genau das macht Briefe für mich besonders. Wenn jemand einen Brief schreibt, nimmt er oder sie sich Zeit dafür. Man erkennt die Handschrift, kleine Fehler, durchgestrichene Wörter oder sogar Flecken von der Tinte. Das wirkt persönlicher als eine schnelle Nachricht mit Emojis. Bei WhatsApp antwortet man oft nebenbei, während man Musik hört oder Videos schaut. Einen Brief schreibt man bewusster.

Eine neue Leidenschaft

Seit dem Brief meiner Oma habe ich selbst angefangen, öfter Briefe zu schreiben. Meistens schreibe ich an Freunde oder Verwandte, die ich nicht so oft sehe. Dafür habe ich mir im Papiergeschäft ein paar einfache cremefarbene Kuverts und dickeres Papier gekauft, weil normales Druckerpapier irgendwie langweilig wirkt. Briefmarken hole ich meistens in der Trafik oder direkt bei der Post. Schon das Aussuchen macht irgendwie Spaß.

Mehr Zeit und Konzentration

Am liebsten schreibe ich mit einem schwarzen Füller, obwohl ich dabei langsamer bin als mit einem Kugelschreiber. Für einen Brief brauche ich oft fast eine Stunde, weil ich vieles wieder neu formuliere. Ich merke dann, dass ich genauer überlege, was ich eigentlich sagen möchte. Und ja, ich strenge mich tatsächlich an, ordentlich zu schreiben, damit man meine Handschrift überhaupt lesen kann.

Unterschiedliche Reaktion

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Manche freuen sich total und antworten ebenfalls mit einem Brief. Andere schicken einfach eine WhatsApp zurück und schreiben, dass sie den Brief schön fanden. Trotzdem merkt man meistens, dass etwas Handgeschriebenes Menschen mehr berührt als eine kurze Nachricht auf dem Handy.

Selten aber schön

Ich glaube auch, dass Brieffreundschaften noch existieren, auch wenn sie heute selten geworden sind. Gerade weil fast alles digital abläuft, wirken Briefe wieder ungewöhnlich und besonders. Meine Eltern finden es jedenfalls ziemlich altmodisch, aber gleichzeitig auch schön, dass ich mir die Zeit dafür nehme.

Vielleicht sind Briefe heute gerade deshalb so spannend, weil sie in einer schnellen digitalen Welt etwas Seltenes geworden sind.