Kennt ihr Nasi Svej? Oder habt ihr schon einmal von Dimitar Kiryazov, besser bekannt als Vankata, gehört?
Wahrscheinlich nicht. Und damit seid ihr nicht allein. Während Content Creator aus Ländern wie Italien oder Südkorea Millionen Menschen auf der ganzen Welt erreichen und ihre Heimatländer auf Social Media sichtbar machen, bleiben selbst die bekanntesten bulgarischen Influencer weitgehend unbekannt. Woran liegt das eigentlich?
Viele Länder sind heute durch ihre Online-Stars weltweit präsent: Italien durch „Italian Brainrot“, Südkorea durch K-Pop-Idols. Bulgarien gehört jedoch selten dazu. Wenn ich ins Ausland reise oder in Sofia Jugendliche aus anderen Ländern kennenlerne, scheint kaum jemand jemals etwas über meine Heimat auf Social Media gesehen zu haben.
Zwei bekannte TikTok-Stars in Bulgarien
Zu den bekanntesten bulgarischen Influencern gehören Atanas Mishev, besser bekannt als Nasi Svej, und Vankata (Dimitar Kiryazov). Nasi Svej ist besonders für seine humorvollen und alltagsnahen Videos bekannt, die jeden zum Lachen bringen, während Vankata vor allem mit unterhaltsamen Challenges viele junge Menschen in Bulgarien erreicht.
Persönlich schaue ich am liebsten die Videos von Nasi Svej. Ich finde sie besonders lustig, und viele seiner Inhalte sind für mich und andere Jugendliche sehr relatable, weil sie Situationen aus dem Alltag aufgreifen.
Sprachbarriere
Zweifellos gibt es verschiedene Gründe, weshalb bulgarischer Content selten über die Landesgrenzen hinaus bekannt wird. Einer der wichtigsten ist, dass viele bulgarische Influencer und TikToker ihre Inhalte auf Bulgarisch posten. Das ist auch verständlich, denn zunächst richten sie sich an das Publikum im eigenen Land.
Der Algorithmus
Zudem spielt der Algorithmus eine entscheidende Rolle. Plattformen wie TikTok zeigen Inhalte bevorzugt Nutzern, die ähnliche Videos bereits konsumiert haben oder sich in derselben Region befinden. Das bedeutet, dass bulgarischer Content oft vor allem anderen Nutzern in Bulgarien vorgeschlagen wird. Dadurch entsteht eine Art „Filterblase“, in der Inhalte nur schwer international verbreitet werden, wenn sie nicht bereits eine größere Reichweite oder sprachliche Zugänglichkeit besitzen.
Content aus der Heimat punktet
Was mir außerdem auffällt: Wir, die Jugend in Bulgarien, finden heimische Creator sehr unterhaltsam und folgen ihnen aktiv auf Social Media. Das, obwohl unser Feed gleichzeitig von internationalem Content überflutet wird. Es ist jedoch nachvollziehbar, dass wir uns gerne Inhalte aus der eigenen Heimat anschauen, da vieles vertrauter und persönlicher wirkt. Schließlich wachsen wir im selben Land auf, teilen ähnliche Erfahrungen und Erinnerungen. Dadurch fühlt sich dieser Content für bulgarische Jugendliche – mich eingeschlossen – deutlich näher an.