Neulich saß ich nach dem Unterricht mit einem Bekannten in einer Starbucks-Filiale. Eigentlich wollte er mir nur von seinem Bewerbungsgespräch erzählen, aber nach ein paar Sätzen waren wir schon bei der Busfahrt, einem verschlafenen Morgen und einem Detail gelandet, das mit der eigentlichen Geschichte fast nichts mehr zu tun hatte. Ich habe dabei gemerkt: Genau so funktionieren Gespräche oft. Nicht geradeaus, sondern in kleinen Sprüngen.
Ich habe mich selbst dabei ertappt
Seitdem achte ich mehr darauf, wie wir reden. Und ehrlich gesagt: Ich mache das selbst genauso. Ich will etwas erzählen und lande plötzlich bei einem ganz anderen Moment, weil mir genau dieser Nebensatz wichtiger vorkommt als der eigentliche Punkt. Vielleicht fällt euch das bei euch selbst auch auf. Man beginnt mit einer einfachen Sache und merkt erst später, dass man längst abgeschweift ist.
Warum die Umwege spannend sind
Früher hätte ich so etwas wahrscheinlich einfach als Verzetteln gesehen. Heute finde ich genau diese Abschweifungen interessant. Denn sie zeigen nicht nur, was passiert ist, sondern auch, was uns im Kopf geblieben ist. Manche halten sich an Fakten. Andere springen zu Details, die auf den ersten Blick unwichtig wirken, aber für sie selbst etwas ausmachen.
Was wir dadurch merken
Seit ich darauf achte, höre ich Gesprächen anders zu. Ich warte nicht mehr nur auf den eigentlichen Punkt, sondern auch auf die kleinen Gedanken dazwischen. Vielleicht steckt genau darin das Spannende: Dass wir Geschichten nie ganz sauber erzählen, sondern so, wie wir sie wirklich erlebt habe, mit Umwegen, Nebenwegen und allem, was uns dabei aufgefallen ist.
Manchmal ist es eben gerade das, was neben der eigentlichen Geschichte passiert, das uns am meisten über uns selbst verrät.