Wirtschaft Wien Fakten

Wie sich Budgetkürzungen an den Unis auf die Zukunft des Landes auswirken

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Volontär · Wirtschaftsuniversität Wien
28.05.2026
3 Min.

Nicht nur Studierende sind von den Budget-Kürzungen für die Unis betroffen, auch die Forschung leidet darunter. Woran österreichische Universitäten forschen und was das für die Volkswirtschaft bringt.

Mit dem Slogan #UniRetten machten Tausende auf die Bedeutung der Universitäten aufmerksam. (Foto: Felix Neuwirth)

„Wenn noch mehr an der TU gespart wird, dann ist es vorbei,“ erzählt eine Studierende. Schon vor dm offiziellem Beginn der Demo am vergangenen Mittwoch versammelten sich hunderte Studierende, Lehrende und Uni-Mitarbeiter vor der Hauptuni. Die Bundes ÖH, die rechtliche Interessenvertretung der Studierenden in Österreich, hatte zu den Protesten aufgerufen. Doch nicht alle der letztendlich mehr als 20.000 Demonstrierenden kamen aus dem unmittelbaren Unibetrieb. Den Leitspruch "Wessen Uni? Unsere Uni" nahmen auch viele Forschende ernst, ebenso wie Menschen aus Bereichen der Wirtschaft oder etwa des Gesundheitswesens, die sich durch Forschung nähren.

Innovation in Wien

Die medizinische Universität Wien etwa ist Universität, Krankenhaus und Forschungszentrum. Die Immunologie, Krebsforschung und Onkologie, Medizinische Neurowissenschaften und die kardiovaskuläre Medizin sind ihre vier Forschungscluster. So etzwa entwickeln Forschende in einem neuen Projekt Therapien für die Behandlung von chronischem Nierenversagen bei Dialyse-Patienten. Die aktuellen Behandlungen ziehen Begleiterkrankungen mit sich, das Forschungsprojekt will das ändern. Die Lebensqualität soll steigen und das Sterberisiko sinken. Unter anderem sollen sich die Behandlung zu Hause verbesseren.

Bei der Brustkrebsforschung kann die Med-Uni Wien Erfolge verzeichnen: Unter Wiener Leitung entstand ein Mechanismus, der die Abwehr von Krebszellen durch das eigene Immunsystem verbessert. „Unsere Studie zeigt, dass eine therapeutische Blockade der Sialylierung dazu führt, dass selbst bislang therapieresistente Tumormodelle auf Immuntherapien ansprechen,“ so die Forschenden Stefan Mereiter und Josef Penninger. Mit den Budgetkürzungen werden solche Projekte seltener werden, lautet nun die Befürchtung.

Medizinische Versorgung betroffen

„Uni rettet Leben #Kinderklinik,“ steht auf einem Schild der Demonstrierenden. Die Gruppe an Medizinern von der Kinderklinik am AKH kämpft um ihre Arbeitsplätze. 90 Prozent des Budgets der Universität geht für Gehälter auf, weshalb der Rotstift hier als errstes anzusetzen wäre. In einem Interview mit der Presse warnte der Pharmakologe Markus Zeitlinger von der Med-Uni Wien deshalb bereits vor der Einsparung von 250 Ärzten. „Wir sind mit der Betreuung von Patienten schon jetzt überfordert, es bleibt kaum Zeit für Forschung, die so wichtig wäre“, sagt eine Mitarbeiterin der Uni-Klinik, die namentlich nicht genannt werden will, zu campus a.

Cut now, pay later

Investitionen in die Wissenschaft rechnen sich. Das zeigt der Fiskalmultiplikator. Damit lässt sich beschreiben, wie viel Geld ein Staat durch Investitionen im Rahmen von Staatsausgaben verdient. Eine Evaluierung des Programms Horizion Europe, des milliardenschweren Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union mit Schwerpunkten bei Künstlicher Intelligenz, Klima, Gesundheit, Energie und Digitalisierung zeigte: Jeder Euro, den die EU in das Pprogramm steckt, erzeugt vier zusätzliche Euro in Wirtschaftsleistung. 

Budget für US-Forscher nötig

Gerade jetzt gäbe es gute Gründen, die Uni-Budgets sogar aufzustocken. Denn Österreich könnte so amerikanische Wissenschaftler abwerben, die genug von Trump und dessen fatalem Krieg gegen die Unis haben. Noch im April des Vorjahres hatte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner angekündigt, Forschende aus den USA anwerben zu wollen. Die geplanten Kürzungen erschweren das nun.

Gefährdet sieht der Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, auch den hart erarbeiteten guten Ruf österreichischer Universitäten. „In zwanzig Jahren haben wir messbar aufgeholt: bessere Rankings, Nobelpreis von Anton Zeilinger und deutlich höhere Studienqualität. Es geht um Zukunftsgestaltung und Chancengerechtigkeit für die Generationen,“ so Schütze.

Weitere Verhandlungen im Herbst

Seitens der Österreichischen Universitätenkonferenz, kurz Uniko, sollen die kommenden drei Jahre nur mehr 15,5 Milliarden Euro den österreichischen Universitäten zur Verfügung stehen. Gefordert sind 18 Milliarden Euro.

Holzleitner bestätigt diese Zahlen nicht. Im Herbst sollen die Verhandlungen weitergehen. Egal ob Studierende, Forschende oder die Rektor*innen der heimischen Unis, auf der Demo waren sich alle einig: Wissenschaft ist kein Kostenfaktor, sondern Zukunftsinvestition. 





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