In den letzten Jahren hat die Bedeutung populistischer rechtsextremer Parteien enorm zugenommen. In Deutschland fährt die AfD immer bessere Wahlergebnisse ein und die letzte Nationalratswahl in Österreich gewann die FPÖ sogar mit einer deutlichen Mehrheit. Um ihre Anhängerschaft zu vergrößern und auch die parteiliche Zukunft zu sichern, arbeiten die Parteien auf Hochtouren, die Jugend zu mobilisieren und auch zu radikalisieren. Die politischen Ansichten von Jugendlichen, welche von beispielsweise der FPÖ geködert wurden, werden rasant extremer und die Personen schlittern immer weiter in die Fänge des Rechtspopulismus.
Das Internet als Komplize
Viele Parteien arbeiten überwiegend auf den sozialen Medien. Eine breite Bevölkerungsgruppe hält sich hier auf und es braucht keine IT-Spezialisten, rechtsextreme Inhalte in Form von Videos und Memes zu verbreiten. Ihr habt sicher schon öfter ein Video online gesehen, bei dem ihr den Sinn genauer hinterfragt habt und bei dem euch der Inhalt ihr etwas komisch erschien.
Es wird bei derartigen Clips stark mit Emotionen gearbeitet. Migration und linke Ansichten werden auf eine schlechte Weise dargestellt, dass viele Jugendliche immer mehr Hass dagegen aufbringen. Zudem wird in den Posts, dieser rechtsextremen Accounts oftmals eine Art Kameradschaftsgefühl vermittelt. Nach dem Motto „in unserer Gemeinschaft halten alle zusammen und wir teilen die selben richtigen Ansichten“. Eine Art des Köderns, die erstklassig bei Jugendlichen wirkt, die sich ausgeschlossen oder alleine fühlen. In der Partei gehören sie nun zu einer Gruppe.
Diese Inhalte können als erstes nur wenig beeinflussen, doch je länger man diesen Inhalten ausgesetzt ist, desto mehr verhärtet sich die Meinung, die Aussagen und Versprechen dieser Parteien wären mehr als nur lehre Worte.
Abgerutscht nach rechts
Ein typisches Beispiel zeigt ein Schüler meiner Schule. Es fing an mit dezenten Aussagen und Posts, wie z.B. Fotos mit Politikern dieser politischen Strömung an. Innerhalb von nur wenigen Monaten wurde daraus jedoch ein Schüler, der jeden Tag zahlreiche Propagandabeiträge verbreitete, immer mehr in eine rechtsextreme Bubble rutschte und nun bei zahlreichen FPÖ-Organisationen und Burschenschaften vertreten ist.
Ein Instagrambeitrag von ihm zeigte beispielsweise eine weinende Katze mit der Überschrift: „Ohne Remigration sind alle Katzis traurig!“ Remigration ist zwar grundsätzlich ein wissenschaftlicher Begriff, die FPÖ verwendet ihn jedoch für die radikale Abschiebung von Minderheiten in Österreich.
Youtuber Marcant gegen Rechtsextremismus
Der deutsche Youtuber und Social Media Star Marcant hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem jungen Menschen zu zeigen, wie gefährlich diese rechten Milieus sind. In seinen Videos ist er stets auf rechten Demos vor Ort und stellt den Teilnehmern durchaus kritische Fragen zu ihrer politischen Meinung.
Seine Videos bleiben nicht ohne Erfolg. Einige Menschen haben sich schon dazu geäußert, dass Marcant sie aus der extremen Bubble losgelöst hat und sie nun einen klareren und objektiveren Blick auf die Dinge werfen können. Das ist besonders wichtig. Wenn ihr merkt, dass ein Bekannter immer extremere Ansichten bekommt, redet doch einfach mal mit demjenigen oder derjenigen. Oder schickt ihnen einfach ein Video von Marcant. Wir müssen uns unbedingt gegen die Köder der rechten Parteien wehren.