Ein Morgen im Jahr 2041.
Das Licht im Zimmer wird langsam heller. Ich mache die Augen auf, bleibe noch kurz liegen. Draußen höre ich Schritte auf dem Weg, irgendwo ruft ein Vogel.
Im Bad sagt der Spiegel: „Du hast unruhig geschlafen.“
Ich schaue mich an und denke: Ja, fühlt sich auch so an. Meine Schultern sind noch ein bisschen angespannt. Ich strecke mich kurz und gehe in die Küche.
Der Kaffee steht schon da. Ich nehme mir eine Tasse.
Das System schlägt mir Frühstück vor, irgendwas mit Müsli und Beeren. Ich schaue kurz drauf und nehme dann doch einfach ein Brot. Nicht alles muss perfekt passen.
Ich setze mich an meinen Arbeitsplatz am Fenster. Von hier sehe ich die Berge.
Die KI ist schon morgens fleißig
Heute arbeite ich an einem virtuellen Ausstellungsraum für einen Kunden. Die KI hat schon einen Entwurf gemacht. Wände, Licht, Wege, alles ist schon da, aber es wirkt noch leer. Ich ändere Kleinigkeiten. Verschiebe Licht, mache Räume enger, dann wieder weiter. So lange, bis es sich stimmig anfühlt.
Ein paar Nachrichten werden mir schon vorsortiert angezeigt. Ich überfliege sie nur und beantworte zwei davon. Den Rest lasse ich erstmal. Früher hätte mich das gestresst, heute nicht mehr so.
Gegen Mittag merke ich, dass ich unruhig werde.
Ich gehe raus, einfach kurz vor die Tür. Keine Kopfhörer, kein Handy in der Hand. Nur ein paar Minuten gehen, frische Luft. Das reicht oft schon.
Am Nachmittag arbeite ich weiter, aber langsamer. Ich schreibe noch an einem Text, überarbeite einiges, streiche viel wieder. Die KI hilft, aber ich ändere vieles. Es soll nicht perfekt klingen, sondern echt.
Manchmal treffe ich mich mit anderen in einem virtuellen Raum. Heute nicht.
Heute reicht mir das hier.
Am Abend mache ich den Computer aus und lasse ihn auch aus.
Ich sitze noch eine Weile einfach da, schaue raus. Es ist ruhig.
Ich denke nicht groß darüber nach, aber irgendwo kommt der Gedanke:
So passt es.