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"Wir dürfen uns von der Matura nicht verrückt machen lassen."

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09.05.2026
5 Min.

Für viele bedeutet die Matura Stress, Druck und schlaflose Nächte. Pedro Wrumnig, der zurzeit an der HBLA Pitzelstätten maturiert, sieht das etwas entspannter. An einem ruhigen Abend bei mir zuhause erzählt er von seiner bisherigen Maturazeit. Statt Panik beschreibt er die Matura eher wie eine größere Schularbeit.

Pedro zeigt, dass die Matura gar nicht mal so schlimm ist. Mit kleinen Lernpausen, Bewegung und einer entspannten Einstellung wirkt selbst die große Abschlussprüfung ein Stück weniger mächtig. (Foto: Eigenes Foto)

Pedro wirkt während des Gesprächs ruhig und locker. Obwohl er gerade mitten in der Maturaphase steckt, spricht er nicht von Dauerstress oder schlaflosen Nächten. Viel eher erzählt er mit einem Lächeln davon, wie er gelernt, Pausen gemacht und versucht hat, sich von der Matura nicht verrückt machen zu lassen.

Wie hast du dich generell auf die Matura vorbereitet?

Ich bin ein relativ guter Schüler und merke mir neue Dinge ziemlich schnell. Wenn ich etwas einmal gelernt habe, vergesse ich es auch nicht so leicht wieder. Da die Schularbeiten im Maturajahr sehr umfangreich waren, hatte ich vieles noch frisch im Gedächtnis. Deshalb habe ich für meine BWR Matura, also Betriebswirtschaft und Rechnungswesen, die am Mittwoch, dem 6. Mai, stattfand, erst am Wochenende davor begonnen zu lernen. Diese Zeit hat für mich ausgereicht, um alles noch einmal zu wiederholen.

Wie hast du konkret gelernt?

Am Wochenende habe ich mehr gelernt als unter der Woche. Da waren es ungefähr zwei bis fünf Stunden am Tag. Allerdings habe ich nicht alles am Stück gelernt, sondern es auf mehrere Etappen über den Tag verteilt. Unter der Woche habe ich dann nur noch maximal zwei Stunden gelernt, weil am Dienstag auch die Deutsch Matura stattgefunden hat und ich mich darauf ebenfalls vorbereiten musste. Am Tag vor der BWR Matura habe ich mich noch einmal konsequent hingesetzt und drei Stunden gelernt. In diesen drei Stunden habe ich die wichtigsten Aufgaben und Themen wiederholt, um sicherzugehen, dass sie wirklich sitzen.

Wo hast du am liebsten gelernt?

Ich lerne am liebsten im Bett, weil es einfach bequem ist. Wenn ich zu lange auf einem Stuhl sitze, bekomme ich wegen meiner Skoliose sehr schnell Rückenschmerzen. Im Bett ist meine Konzentration höher und mir fällt das Lernen leichter.

Da meine Freundin zur selben Zeit Matura hatte, war ich auch öfter bei ihr. Wenn sie draußen gelernt hat, bin ich im Schatten auf dem Liegestuhl gelegen und habe dort gelernt. Wenn wir drinnen gelernt haben, saß sie meistens am Schreibtisch und ich war in ihrem Bett.

Hattest du einen fixen Lernplan?

Nein, ich hatte keinen wirklichen Lernplan. Wenn ich einen Plan habe und ihn dann nicht einhalten kann, würde ich mich nur schlecht fühlen und gestresst sein. Deshalb nehme ich mir nie zu streng vor, was ich wann genau machen muss.

Ich habe zuerst mit den Aufgaben begonnen, bei denen ich mir sicher war, dass ich sie noch kann. So konnte ich das Wissen festigen. Gegen Ende habe ich dann schwierigere oder neue Aufgaben gemacht. Zwischendurch habe ich immer wieder Theorie gelernt, damit ich nicht nur in den Aufgaben stecken bleibe.

Wie gestresst warst du während der Maturazeit?

Ich bin allgemein ein relativ entspannter Mensch. Mich bringen nicht viele Dinge aus der Fassung. Außerdem wusste ich, dass ich schon 13 Schuljahre mit einem ähnlichen Aufwand geschafft habe. Deshalb war für mich klar, dass auch die Matura kein riesiges Stresslevel auslösen wird. Während der Lernphase war ich deshalb ziemlich entspannt.

Wie hast du die Matura im Vergleich zum Schulalltag empfunden?

Wie schon gesagt, war die Matura für mich eher wie eine Schularbeit, nur etwas größer und umfangreicher. Deshalb hatte sie keine drastischen Auswirkungen auf meinen Alltag.

Ich habe allerdings viel Zeit mit meiner Freundin verbracht, um sie zu unterstützen, weil sie sehr gestresst war. Da wir Tag und Nacht zusammen waren, hat sich ihr Stress teilweise auf mich übertragen. Dadurch haben wir beide ein bisschen weniger geschlafen.

Welches Fach hat dir am meisten Sorgen gemacht?

Eigentlich keines so richtig, aber die BWR Matura hat mir am meisten Sorgen bereitet. Sie war die umfangreichste und ich wusste nicht genau, was mich erwartet. Ich wurde also ein bisschen ins kalte Wasser geworfen.

Unser Lehrer hat vorher nichts Konkretes gesagt, ob die Aufgaben ähnlich oder komplett anders sein würden. Genau diese Unsicherheit hat die Prüfung schwieriger gemacht.

Was hast du gemacht, wenn du nicht mehr weiter wusstest?

Wenn ich nicht weitergekommen bin, habe ich meine Freundin dazu überredet, mit mir in ihrem Garten eine Runde Federball zu spielen. Manchmal waren es auch mehrere Runden. So konnte ich mich bewegen, frische Luft bekommen und den Kopf freibekommen.

An kälteren Tagen hat mir ein 20-Minuten-Powernap geholfen. Oder auch ein paar schnelle Runden Clash Royale. Diese Pausen haben mir sehr geholfen, wieder klarzukommen.

Wie war die Prüfung selbst?

Die Prüfung war eigentlich gut machbar, aber anspruchsvoll und lang. Weil ich vorbereitet war, war das kein großes Problem für mich.

Die Atmosphäre war allerdings sehr streng. Es waren ständig zwei bis fünf Aufsichtspersonen im Raum, was sich ein bisschen wie in einem Gefängnis angefühlt hat. Es wurde sehr genau kontrolliert, ob jemand schummelt. Sogar Jausen, Taschen und Kleidung wurden teilweise durchsucht, und das nicht nur am Anfang, sondern auch während der Prüfung.

Wie stehst du insgesamt zur Matura?

Das Wort Matura klingt zwar sehr groß und einschüchternd, aber ehrlich gesagt ist es nicht so „deep“. Auch wenn man sie nicht beim ersten Mal schafft, geht die Welt nicht unter. Es sind wichtige Jahre, aber man sollte sie nicht nur mit Stress verbringen.

Natürlich sollte man früh genug anfangen und sich gut vorbereiten. Aber wenn etwas nicht perfekt läuft, ist das kein Weltuntergang.

Welche Rolle hat deine Freundin während der Zeit gespielt?

Meine Freundin hat mich sehr motiviert. Sie hat mich unterstützt, wo sie konnte, mit Nervennahrung, guten Worten oder einfach einem aufmunternden Kuss. Auch wenn sie selbst gestresst war, war sie immer für mich da.

Diese Zeit hat uns sehr verbunden, weil wir wirklich fast rund um die Uhr zusammen waren. Wir haben zusammen gelacht und auch gemeinsam Stress gehabt.

Wie war dein Alltag nach der Prüfung?

Für mich ist die Matura nicht etwas extrem Stressiges gewesen. Deshalb fühlt sich der Moment danach fast normal an. Ich komme nach Hause, telefoniere mit meiner Freundin, esse etwas und schaue eine Serie.

Der einzige Unterschied ist, dass ich manchmal noch über die Aufgaben nachdenke, hoffe, dass alles vorbei ist, und einfach müder bin als sonst.