Neulich saß ich mit Freunden in einem Fast-Food-Restaurant. Das Essen stand schon am Tisch, aber bevor überhaupt jemand angefangen hatte zu essen, lagen plötzlich vier Handys neben den Tabletts. Einer zeigte TikToks, jemand beantwortete schnell Snaps und zwischendurch wurde kaum geredet.
Irgendwann fiel mir auf, dass eigentlich niemand wirklich bei der Situation war.
Genau solche Momente bringen mich in letzter Zeit immer öfter zum Nachdenken.
Wie Kurzvideos unserem Gedächtnis schaden
Vor einigen Tagen wollte ich für die Schule lernen. Ich saß am Schreibtisch, las etwas, und nach ein paar Minuten hatte ich automatisch wieder zum Handy gegriffen.
Ich habe nur kurz darüber nachgedacht, TikTok zu öffnen. Aus ein paar Minuten wurden fast vierzig. Beim Versuch, weiterzulernen, merkte ich plötzlich, dass ich überhaupt nicht konzentriert war. Einige Sätze musste ich zweimal lesen, weil ich immer wieder mit meinen Gedanken abschweifte.
Ich sehe das sogar im Freundeskreis. Videos, die wir ein paar Stunden zuvor gesehen haben, reden wir oft darüber, obwohl viele sie kaum noch genau im Kopf haben. Ein Freund bemerkte sogar: „Ich schau so viel, dass ich nach zehn Minuten alles vergessen habe. Der Satz geht mir nicht aus dem Kopf.
Beim Essen immer das Handy in der Hand
Neulich hatten meine Familie und ich ein Abendessen zusammen. Wir hatten eigentlich nur vor, zusammen zu essen, aber nach ein paar Minuten lag selbst zu Hause bei der Famile das Handy bei fast jedem neben dem Teller.
Eine Nachricht hier, ein kurzes Video dort. Meine Mutter stellte irgendwann fest: „Früher hat man beim Essen wenigstens noch geredet.“ Einen Moment lang herrschte Ruhe.
Irgendwann habe ich bemerkt, wie normal das mittlerweile geworden ist. Ob im Restaurant, im Café oder sogar in der Schule, fast immer schaut jemand aufs Handy, während man isst. Man bemerkt oft gar nicht, was gerade passiert, weil die Aufmerksamkeit ständig abgelenkt ist.
Schlafprobleme wegen zu viel Bildschirmzeit am Abend
Ich bemerke in letzter Zeit immer häufiger, dass ich abends Schwierigkeiten habe, einzuschlafen. Trotz meiner Müdigkeit liege ich noch lange wach und starre auf mein Handy. Im Grunde genommen möchte ich nur noch kurz ein paar Nachrichten beantworten oder einige Videos anschauen. Aber auf einmal ist es viel später als erwartet.
In der Nacht vor ein paar Tagen warf ich einen Blick auf die Uhr und erschrak. Es war bereits nach ein Uhr. Am nächsten Morgen war ich total erschöpft in der Schule. Am Abend passierte das Gleiche noch einmal.
Selbst Freunde berichten oft, dass sie viel zu lange am Handy hängen und deswegen kaum schlafen. Jemand meinte neulich: „Ich bin jeden Morgen müde, aber früher aufhören kann ich trotzdem nicht.“ Das Problem wird irgendwie genau so beschrieben.
Merken wir überhaupt noch, wie sehr uns das beeinflusst?
Wenn ich das endlose Scrollen, Handys beim Essen oder die schlaflosen Abende zusammen betrachte, erscheinen sie plötzlich ziemlich normal, weil sie irgendwie jeden Tag passieren.
Vielleicht geht es gar nicht darum, das Handy komplett wegzulegen. Sondern erstmal überhaupt zu merken, wie selbstverständlich solche Gewohnheiten geworden sind.