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Nachhaltig, aber mit Nachgeschmack: Holzzahnbürsten im Test

Ob bei Verpackung, Besteck oder Strohhalmen. Holzprodukte sind im Trend. Auch bei Zahnbürsten. Ob Ökozahnbürsten die gewohnten Plastikzahnbürsten verdrängen können? Wir haben es getestet.
Maximilian Langer  •  11. Januar 2025 CvD      312
Lara und Max von campus a im Praxistest

Wer kennt es nicht? Man wacht als Kind mit Halsweh auf und fährt schnurstracks mit Mama zum Hausarzt. Nach dem obligatorischen „Aaaah“ landet es auch schon im Mund: das berühmte Holzstäbchen. Der Arzt legt es auf die Zunge, um zu beurteilen, ob eine Entzündung vorliegt. An den pampigen Geschmack des Stäbchens können sich die meisten nur zu gut erinnern. Gemildert wird das kurze Leid durch einen roten Schlecker, den man danach vom Arzt erhält. So ähnlich fühlten sich auch die Zahnbürsten für unsere Tester an – nur leider ohne Belohnung im Anschluss.

Die Benutzung von Holzzahnbürsten erfordert eine Toleranz gegenüber Holzgeschmack. Wenn man diesbezüglich empfindlich ist, sind Holzbürsten nicht zu empfehlen. Bei einem unserer Tester löste eine Bürste sogar einen Würgereiz aus. So absurd es klingt: Nicht jedes Holz schmeckt gleich. Manche Stäbchen sind geschmacksneutral, während andere ein pampiges Gefühl hinterlassen.

Qualitativ sind die Holzzahnbürsten gut. Die Reinigungsleistung ist vergleichbar mit der ihrer Pendants aus Plastik, und auch die Griffe sind teilweise angenehmer. Preislich unterscheiden sich die Bürsten ebenfalls kaum. Die günstigste Holzzahnbürste „Outdoor Freakz“ kostet 1,99 Euro.

Das Hauptziel wird erreicht: Ökologisch sind Holzbürsten zu empfehlen, sowohl gegenüber einer manuellen Plastikzahnbürste als auch im Vergleich zu elektrischen Bürsten. Das fand eine Studie des British Dental Journal heraus. Elektrobürsten tragen demzufolge ein elfmal größeres Risiko, umweltschädlich zu sein. Wer besonders auf die Umwelt achtet, aber nicht auf Plastikbürsten verzichten möchte, sollte auf wiederverwendbare Plastikbürstenköpfe setzen. Das wiederholte Austauschen der Köpfe ist fast genauso umweltschonend wie die Verwendung von Holzbürsten.

Zurück zum Test: Die preislichen Unterschiede erklären sich aus der Produktion der Bürsten und den jeweiligen Zertifizierungen. Die teuersten Bürsten des Tests stammen von „Colgate“ und „Yaweco“. Sie sind auch die einzigen mit der Umweltzertifizierung „FSC“. Die meisten Bürsten am Markt bestehen aus Bambus, einige wenige jedoch aus anderen Holzarten.

Die Bürste von „Yaweco“ scheidet aufgrund des schlechten Holzgeschmacks für uns aus. Alle weiteren Bürsten unterscheiden sich hauptsächlich durch die Größe und Form ihres Griffs. Vom Gesamtpaket überzeugte uns „The Humble Brush“ am meisten. Mit 2,45 Euro liegt sie im preislichen Mittelfeld und bietet ein angenehmes Gefühl beim Putzen.

Die Gewinnerbürste:

Die Liste der getesten Holzbürsten und ihre Preise im Einzelhandel:

Colgate Bambus Aktivkohle 4,25 Euro, Dentbo Zahnbürste Bambus 1,99 Euro, Yaweco Zahnbürste aus Buchenholz 3,49 Euro, Outdoor Freakz Bambus Zahnbürste 1,99 Euro, The Humble Brush 2,45 Euro

 

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2 Kommentare
Anna Mayr

Ich finde der Beitrag ist sehr schön geschrieben, vor allem der Anfang erzeugt Bilder im Kopf - an das pampige Gefühl kann sich jeder/jede erinnern :)

10 February 2025
Artjom Eichler

Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, bin ich überzeugt! Werde ich gewiss beim nächsten Zahnbürstenkauf ausprobieren ! ;)

30 January 2025



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