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Neuer Magna Racino Eigentümer: Doping-Skandal und Sperre

Seit dem 16. Jänner hat die Pferderennbahn Magna Racino in Ebreichsdorf einen neuen Besitzer. Der irische Milliardär Luke Comer, bekannt als Immobilienmogul, Kunstliebhaber und Pferdezüchter, hat das Areal übernommen. Wer ist der Mann, der nun die österreichische Rennszene mit prägen wird?
Sophia Tiganas  •  22. Januar 2025 Redakteurin      264
Luke Comer (re.) bei einer Preisverleihung in Irland: angeschlagener Ruf in seiner Heimat.

Luke Comer. Der Mann, der seit dem 16. Jänner in den österreichischen Schlagzeilen auftaucht. Der neue, rätselhafte Eigentümer der einst von dem austrokanadischen Milliardär Frank Stronach gegründeten Pferderennbahn Magna Racino in Ebreichsdorf.

Comer verfügt über ein Immobilienimperium, das er gemeinsam mit seinem Bruder lenkt, doch seine wahre Leidenschaft gilt dem Pferdesport. In Irland ist sein Name bekannt. Nun ist er auch hierzulande angekommen. Da stellt sich die Frage, wer dieser Mann wirklich ist. Was will er ausgerechnet in Österreich und was hat sein Engagement in Ebreichsdorf mit Problemen zu tun, die ihn zuletzt in die irischen Schlagzeilen gebracht haben?

Doping-Sperre für den Pferderennsport

Comer gilt als leidenschaftlicher Pferdetrainer und Rennliebhaber. Doch zwölf seiner Pferde, darunter der in der Szene bekannte Renner He Knows No Fear, testeten 2021 positiv auf anabole Steroide. Der Irish Horseracing Regulatory Board (IHRB) sperrte Comer daraufhin bis 2027 für den Pferderennsport. Er wies jede Schuld von sich und focht die Sperre an. Das Urteil blieb.

Österreichisches Schlupfloch

Die IHRB-Sperre gilt in Irland. Jedoch unterliegt das IHRB nicht dem Welt-Anti-Doping-Code (WADC), weshalb die Sperre nicht zwingend weltweite Anwendung findet. „Die IHRB ist für die Pferderennen in Österreich nicht zuständig“, erklärt David Müller, Pressesprecher der National Anti Doping Agency Austria. Pferderennen fallen in Österreich zudem nicht unter die sportrechtlichen Regelungen des Anti-Doping-Bundesgesetzes. Der österreichische Pferdesportverband, der sich zur Einhaltung der nationalen und internationalen Anti-Doping-Regelungen verpflichtet hat, ist lediglich für die olympischen Sparten und jene der Fédération Equestre Internationale (FEI), die internationale Dachorganisation des Pferdesports mit Sitz in Lausanne, zuständig. In beiden Fällen gehören Pferderennen nicht dazu.

Somit fehlt eine konkrete rechtliche Basis, auf der die IHRB-Sperre auch in Österreich gelten könnte. Theoretisch könnte der irische Milliardär Comer also weiterhin als Pferdezüchter und Trainer in Österreich tätig sein.

Familienunternehmen mit kuriosen Traditionen

Die zwölf gedopten Pferde sind nicht der einzige Skandal, der Comers Ruf in seiner Heimat belastet. Zuletzt geriet die Familie 2024 in die Schlagzeilen. Auf dem Gelände der Comer Group in Ginnes, Irland, wurden Pferdekadaver gefunden. Ein Skandal, der weit über die Pferderennbahnen hinaus Schlagzeilen machte. Die IHRB schloss daraufhin auch Comers Sohn, Luke Comer Jr., für ein Jahr von allen Aktivitäten im Pferdesport aus.

Anders als sein Vater war Comer Jr. jedoch mit seiner Berufung gegen die Sperre erfolgreich. Die Sperre soll nur noch für drei Monate gelten, unter der Bedingung einer Geldstrafe von 15.000 Euro und korrektem Verhalten von nun an.

Der Kauf der Magna Racino

Comer Sen. lässt sich von diesen Entwicklungen nicht beirren. Er dürfte größere Pläne haben. Die Anlage in Ebreichsdorf bietet nicht nur riesige Trainingsflächen und Veranstaltungsräume. Dazu gehört auch Grund und Boden mit wirtschaftlichem Entwicklungspotenzial. Pferde und Immobilien, Comer kann hier Leidenschaft und Beruf verbinden.

Comer vereint hier nicht nur seine zwei Leidenschaften. Mit einem milliardenschweren Immobilienportfolio, das von Irland über Großbritannien bis nach Deutschland reicht, ist die Comer Group international bereits bestens aufgestellt. Anfragen von campus a bei der Comer Group dazu blieben unbeantwortet. Doch eines ist sicher: Luke Comer versteht es, sich im Gespräch zu halten und für Hip-Hop hat er keine Ader. Das Festival Rolling Loud findet heuer nicht wie vergangenes Jahr in Ebreichsdorf statt.

 

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