Mehr Wörter als alle Harry Potter-Bände zusammen: Wären alle Anweisungen von George, der Banking-App der Erste Bank, auf Papier gedruckt, ergäbe das laut Isabella Frey, Managing Direktor der George Labs, mehr Seiten, als alle Bücher der britischen Fantasy-Serie umfassen.
Mit George haben Erste Bank-Kunden den Zugriff auf ihre Finanzen jederzeit griffbereit. Per Smartphone können Kunden klassische Bankgeschäfte wie Überweisungen, Daueraufträge oder das Scannen von Zahlscheinen durchführen. George verhält sich wie ein guter Freund. Die App setzt Budgetgrenzen, überwacht den Kontostand und kategorisiert Ausgaben automatisch.
Push-Benachrichtigungen informieren über Zahlungseingänge oder Abbuchungen, während Zusatzfunktionen wie „Wachhunde“ bei Aktieninvestments helfen oder nette Assistenten wie „Remember2Pay“ an fällige Zahlungen erinnern. Wer seine Kreditkarte verliert, kann sie direkt in George sperren.
Die ersten Codes schrieben die Programmierer 2012. Drei Jahre später war George in den Appstores verfügbar. Binnen zwei Monaten luden sie 200.000 Nutzer herunter. Bis 2017 war George mit mehr als einer Million aktiven Nutzern die am schnellsten wachsende Onlinebanking-Plattform Österreichs.
George betrat damals Neuland in einer von Zahlscheinen und Bankkassen geprägten Welt. „Vor zehn Jahren konnten wir mit George nicht einfach auf der grünen Wiese starten. Da waren bereits eine ganze Infrastruktur und bestehende Kundinnen und Kunden, die ihr altes System gewohnt waren“, sagt Isabella Frey, Managing Director der George Labs, dem kreativen Innovationszentrum hinter der App.
Dass sich der Aufwand gelohnt hat, zeigen die Zahlen. 2014 hatte die Erste Bank inklusive Sparkasse in Österreich laut Geschäftsbericht 3,4 Millionen Kunden. Ein Jahr nach dem Start von George kamen 235.000 Neukunden dazu, was einem Wachstum von 19,9 Prozent entspricht. Damit stieg dank George die Gesamtzahl der Kunden auf 3,54 Millionen. „Anfangs war jede Banking-App kompliziert, langweilig und völlig an der Kundschaft vorbei entwickelt. Für uns war damals klar: Wir definieren Banking aus Nutzersicht neu. Design und Banking, das gab es so noch nicht. Wir haben das Spiel gedreht“, so Frey.
2018 nutzten bereits drei Millionen Menschen in Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Rumänien George. In Österreich waren es 1,6 Millionen. Heute sind es international 11,3 Millionen User, 2,8 Millionen in Österreich, und die App wächst um fast zehn Prozent im Jahr weiter. „Gegenüber traditionellen Banken punktet George mit User Experience und Simplicity“, sagt Isabella Frey: „Mit George haben wir Banking einen Namen gegeben, eine Tonalität. Wir legen Wert darauf, wie die App mit Kundinnen und Kunden spricht.“ George stehe für das Versprechen, die modernste Banking-Lösung zu sein.
Wie viele Erfolgsgeschichten, wirkt auch diese nachträglich selbstverständlicher, als sie es einst war. „Wir sind für George viele Risiken eingegangen, aber wie man sieht, hat es sich gelohnt“, resümierte Peter Bosek, heute CEO der Erste Group, schon 2017. Trotz der Konkurrenz durch Apps wie Mein ELBA (Raiffeisen), eBanking (BAWAG) oder 24You der Bank Austria behauptet George seine Spitzenposition. In einer landesweiten Umfrage der Gesellschaft für Verbraucherstudien belegte die App 2024 Platz 1 unter Österreichs beliebtesten Onlinebanking-Apps.
George ist immer noch ein entscheidender Attraktivitätsfaktor der Erste Bank, um Neukunden zu gewinnen. Martin Sonn-Wende, Pressesprecher der Erste Bank sagt: „Bei Befragungen identifizieren wir George als einen von mehreren Gründen für die Wahl von Erste Bank und Sparkassen.“
Mit der Technologie von George wollen so etwas wie iTunes im Banking zu werden, dieses Ziel gab Erste-Chef Bosek 2017 vor. Wer heute Online-Banking denkt, denkt auch tatsächlich zunächst an George.
2022 kam das Angebot George Business hinzu, eine speziell für Unternehmenskunden entwickelte Version. Laut Isabella Frey wird in Zukunft auch KI eine Rolle spielen. „Ein spannendes Thema“, sagt sie.
Stolz ist sie zum zehnjährigen Jubiläum auf zwei Aspekte. Neben dem starken Wachstum ist das der über die österreichischen Grenzen hinausreichende Erfolg. „Wir stellen uns nicht nur der österreichischen Konkurrenz, sondern dem europäischen Wettbewerb.“ Den rund 2.000 IT-Leuten der Erste Bank dürfte jedenfalls in absehbarer Zeit nicht langweilig werden.
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