Maradona, Zidane oder Ronaldo. Sie gehören zu den besten Spielern, die der Fußball jemals hervorgebracht hat, spielten in legendären Mannschaften und feierten dabei Erfolge. Dementsprechchend lassen Fußballfans gerne die einmaligen Tore, Tricks und Titel der vergangenen Jahre Revue passieren. Als Sinnbild für die Spieler gelten die Trikots, die sie bei ihren Triumphen trugen. Sieht ein Fan beispielsweise das himmelblau-weiß-gestreifte Shirt mit der Nummer 10 am Rücken, so ist klar, dass es sich entweder um Messi oder Maradona handeln muss, die darin beide den WM-Pokal in die Höhe streckten. Doch die Trikots dienen den Fans auch zur Identifikation mit ihren Helden auf dem grünen Rasen und so verkaufen sich Fußballshirts täglich millionenfach auf dem ganzen Globus.
Neuerdings finden dabei auch ältere Trikots wieder Anklang und dienen auch außerhalb des Sports als modische Kleidungsstücke. Man denke an Sängerin SZA, die Ende Jänner diesen Jahres in einem Instagram Post in einem 90er-Trikot eines deutschen Amateurvereins posierte. Zahlreiche andere Popstars zeigten sich bereits in Fußballtrikots, wie beispielsweise Snoop Dogg oder Timothée Chalamet, oder pflegen gleich sehr gute Beziehungen in den Fußball, sei es als Investoren oder durch Kooperationen. Hier sei das Schauspieler-Duo Ryan Reynolds und Rob McElhenney genannt, die beim walisischen Klub AFC Wrexham eingestiegen sind und ihn aus der fünften in die zweite Liga geführt haben. Oder der FC Barcelona, der für Derbys gegen Real Madrid bereits mit Logos von Travis Scott oder Coldplay auflief.
Bei all den unterschiedlichen Versionen von Trikots ist, aber erstmal zu unterscheiden, welche Ausführungen es gibt. Am weitesten verbreitet ist wohl die einfache „Fan“-Variante. Im Vergleich zur Spielerversion ist diese günstiger, weniger atmungsaktiv und weist je nach Hersteller auch nicht alle Merkmale auf. Neupreis ist hier in der Regel ab 80€ aufwärts, mit Ärmel-Badges oder Spielerflock am Rücken beträgt der Preis etwa 110-140€. Je nach Verein kann jedoch auch die Spielerversion gekauft werden, die in der Grundausführung schon teurer ist als die Fanversion. Mit Zusätzen bewegt man sich im Bereich von 140-160€.
Große Beliebtheit erleben aber auch sogenannte „matchworn“-oder „matchprepared“-Trikots. Diese wurden von den Spielern getragen („matchworn“) oder für sie zum Einsatz vorbereitet („matchprepared“). An sie zu kommen, ist in der Regel deutlich schwieriger und nicht mit einem Kaufgeschäft, sondern einer Schenkung seitens der Spieler an die Fans verbunden. Je nach Version, Partie und Spieler variieren die Weiterverkaufspreise, wobei Heimtrikots in der Regel interessanter sind und bei wahren Legenden teilweise für fünfstellige Summen verkauft werden. Das teuerste je versteigerte Trikot, Diego Maradonas Shirt des WM-Viertelfinalspiels 1986 gegen England („Tor des Jahrhunderts“ & „Hand Gottes“), wurde sogar für fürstliche 7,1 Mio. Pfund (8,1 Mio. Euro) versteigert.
Für wen dies nicht erschwinglich ist, bleiben noch sogenannte „Vintage“-Trikots. Diese sind Nachbildungen von unter anderem sehr alten Trikots. So ist es wohl eher unwahrscheinlich, ein Trikot von Ungarns „Goldener Elf“ der 1950er-Jahre in einem Second-Hand-Store zu finden, doch eine Nachbildung kann bereits für etwa 50€ gekauft werden. Je nach Hersteller sind hier auch weniger bekannte Klubs zu finden, beispielsweise der nordirische Erstligist Crusaders FC oder der belgische Viertligist Berchem Sport. Dies erklärt sich aber durch den Hauptsitz der Hersteller. Vintage-Trikots sind vor allem bei Fußballromantikern beliebt, die gerne auf historische Erfolge ihres Landes oder Vereins zurückblicken und sich damit einen Identifikationswert schaffen.
Wer nicht gerade in einer Großstadt wohnt, wird wohl schwer darum herumkommen, sich seine Trikots im Internet zu kaufen. Durch die neuerlich hohe Nachfrage von Retro-Trikots gilt es dabei aber, umso wachsamer zu sein, um nicht auf Fälschungen reinzufallen. Als guter Anfang dienen die üblichen Webseiten für Kleinanzeigen wie Willhaben oder eBay, auf denen durchaus das ein oder andere Schnäppchen zu holen ist, wie der Autor selbst in Erfahrung brachte. Doch auch auf diesen Plattformen sich mittlerweile Fakes ein, die teilweise zu guten Preisen angeboten werden. Hier gilt: Ist ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das auch.
Traut man dem nicht, so kann auch auf kleinere Reseller mit eigenen Webshops oder Pop-up-Stores zurückgegriffen werden. Zwar erfreuen sich diese einem geringeren Bekanntheitsgrad, sind also nicht so leicht zu finden, überzeugen aber durch ihre Seriösität und prüfen auch die Echtheit der angebotenen Trikots. Wer dabei den ein oder anderen Schatz ergattern will, muss aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für begehrte Trikots der frühen 2000er-Jahre wird man meist erst im dreistelligen Bereich fündig.
Viele Fußballfans wollen oder können sich den Luxus „Fußballtrikot“ allerdings nicht leisten. So führen eine hohe Inflation und gestiegene Lebenserhaltungskosten dazu, dass Fakes immer beliebter werden. Auch der Wunsch nach nicht mehr produzierten Modellen erklärt den finanziellen Erfolg der Fake-Fußballdressen. Wer zudem bereits auf anderen Plattformen günstige, meist in Asien produzierte Ware kauft, dem fällt der Schritt nicht schwer, auch bei Fußballtrikots, ein paar Euros sparen zu wollen.
Doch während die günstigeren Preise und die Anschaffung seltener Modelle verlockend wirken, sollte man sich dabei der ethischen Probleme im Klaren sein. Die Fälschungen werden unter miserablen Bedinungen produziert, die Arbeiter erhalten Niedrigstlöhne und Verstöße gegen die Menschenrechte sind an der Tagesordnung.
Um schließlich nicht auf eine billige Kopie hereinzufallen, ist es wichtig, beim Kauf auf einige Dinge zu achten. Erstens empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob jenes Trikot offiziell ist und kein Fake-Design verwendet wurde. Zweitens hilft der generelle Blick auf das Shirt: Sind die Logos und der Sponsoraufdruck symmetrisch? Ist das Trikot sauber verarbeitet? Weist das Trikot angepriesene Details auch auf? Um auf Nummer sicher zu gehen, hilft schließlich ein Blick ins Innere: Die Etiketten im Trikot verraten nicht nur Waschhinweise, sondern auch Produktionsdatum und Seriennummer. Stimmt diese Angaben bei einer Internetrecherche mit der des vorliegenden Trikots überein, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Original.
Der Trikot-Kult wird sich weiter halten, vermuten Branchenkenner, auch bei Retro-Trikots. Sie sind ein modisches Statement, und erzählen ein Stück Fußballgeschichte.
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