Grönland liegt geografisch zwischen Nordamerika und Europa. Mit dem fortschreitenden Klimawandel gewinnt die Insel zunehmend an Bedeutung. Die Nordwestpassage wird besser befahrbar. Neue Schifffahrtsrouten entstehen.
Gleichzeitig nimmt der militärische und wirtschaftliche Wettbewerb zu. Grönland bietet dabei klare strategische Vorteile. Besonders relevant ist die sicherheitspolitische Rolle der Insel für die NATO und die zentralen Frühwarn- und Verteidigungssysteme. Das betrifft vor allem die Raketenabwehr und die Überwachung des Luftraums.
Es geht auch um Rohstoffe. Grönland verfügt über ein großes Vorkommen an seltenen Erden. Sie kommen bei Windkraftanlagen, Elektromotoren in Elektroautos, Smartphones oder militärische Hochtechnologie wie Radar- und Leitsysteme zum Einsetz. Politisch wichtig ist das, weil China derzeit bis zu 70 Prozent der weltweiten Produktion kontrolliert. Grönland gilt deshalb als mögliche westliche Alternative und steht deshalb für ein Stück Unabhängigkeit von der Diktatur im Reich der Mitte. Darüber hinaus verfügt Grönland über Uran und Öl.
Er meint vor allem die militärische und geopolitische Sicherheit der USA. Zentral sind dabei die Raketenfrühwarnsysteme, um Raketenstarts, zum Beispiel aus Russland, früh zu erkennen. Trump denkt hier klassisch machtpolitisch: Wer Grönland kontrolliert, kontrolliert den Zugang zum hohen Norden.
Nach der deutschen Besetzung Dänemarks 1940 übernahmen die USA den militärischen Schutz Grönlands und verhinderten eine deutsche Nutzung der Insel. In diesem Zusammenhang errichteten sie erste Stützpunkte. Seit den 1950er-Jahren unterhalten die USA mit Zustimmung Dänemarks dauerhaft militärische Einrichtungen auf Grönland. Heute ist das die Pituffik Space Base, früher bekannt als Thule.
Die Pituffik Space Base (früher Thule Air Base) ist eine US-Militärbasis im Nordwesten Grönlands. Sie gehört den USA, liegt aber auf grönländischem Gebiet. Betreiber ist auf Grundlage eines Verteidigungsabkommens Dänemark. Die USA haben die Nutzungsrechte an der Pituffik Space Base.Das reicht ihnen im globalen auch militärischen Wettbewerb etwa mit China und Russland aber nicht.
Ja, aus unterschiedlichen Gründen. China möchte vor allem Rohstoffe, insbesondere Seltene Erden. Es beteiligt sich an Bergbau- und Infrastrukturprojekten wie Flughäfen oder Häfen. Auch Wladimir Putin blickt nach Grönland. Russland ist eine arktische Großmacht mit der längsten arktischen Küste der Welt. Das Land baut seit Jahren Militärbasen entlang der Nordostpassage und investiert in Radar- und Flugabwehrsysteme. Grönland liegt aus russischer Sicht im erweiterten NATO-Vorhof. Russland selbst will Grönland nicht kaufen, beobachtet aber sehr genau, wer dort Einfluss gewinnt.
Grönland war seit dem 18. Jahrhundert eine dänische Kolonie. Damals hatte die Insel gar keine Selbstbestimmung. In den 1960er- und 1970er-Jahren bildete sich eine Autonomiebewegung. 1979 erhielt Grönland Autonomie, die sogenannte „Home Rule“. Mit Parlament und Regierung. Seitdem können grönländische Institutionen über viele innere Angelegenheiten selbst entscheiden, während Finanz-, Außen- und Verteidigungspolitik weiterhin bei Dänemark liegen. Zudem ist Grönland wirtschaftlich stark von dänischer Unterstützung abhängig. Als Währung gilt die Dänische Krone.
Nein, aber Grönland war einmal in der EU. 1973 trat Dänemark der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG bei. Grönland war zu diesem Zeitpunkt noch kein autonomes Gebiet und musste automatisch beitreten. Die grönländische Bevölkerung lehnte den Zugang der damaligen EWG-Staaten zu den Fischbeständen ab, weshalb Grönland 1983 aus der Europäischen Gemeinschaft austrat.
Grönland hat die volle Kompetenz über seine natürlichen Ressourcen. Die EU hat zwar einige Rohstoff- und Partnerschaftsabkommen mit Grönland, aber kein Abbaurecht.
Es leben etwa 56.000 bis 60.000 Menschen in Grönland, die meisten an der Küste oder in der Hauptstadt Nuuk. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Inuit, in Grönland Kalaallit genannt. Sie sind die indigene Bevölkerung der Insel mit einer eigenen Sprache (Grönländisch), eigenen kulturellen Traditionen und einem starken Fokus auf Fischerei und Jagd.
Mehr als 80 Prozent lehnen jede US-Übernahme ab. „Wir wollen weder Amerikaner noch Dänen sein. Wir wollen Grönländer sein“, sagen sie. Angesichts der aktuellen Drohungen ist die Lage angespannt. Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen sagt, dass Grönland, wenn es zwischen den USA und Dänemark wählen müsste, Dänemark wählen würde. Zusätzlich betonte er: „Wir wählen die NATO, wir wählen das Königreich Dänemark und wir wählen die EU.“
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