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Wenn Kleidung zum Bildschirm wird: Hightech-Mode im Trend

Hightech-Kleidung verschmilzt Design und digitale Technik. Schon heute gibt es Kleider, die sich wie lebendige Pixel auf einem Bildschirm verändern. „Project Primrose“ von Adobe zeigt, wie Muster und Animationen durch Bewegungssensoren lebendig werden. Ein Blick in die Modewelt von morgen.
Andrea Köstler  •  25. Januar 2026 Volontärin    Sterne  10
Mode verändert sich ständig. Wie könnte sie im Jahr 2030 aussehen? (Foto: Shutterstock (Nomad Soul))
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Computer und Technik sind längst Teil unseres Alltags. Smartphones, Smartwatches oder Kopfhörer begleiten uns ständig. Trotzdem hat die Mehrheit von uns wohl noch nie eine Person auf der Straße gesehen, die ein Kleid mit integrierten Hightech-Bildschirmen trägt. Doch könnte sich das bald ändern?

Tatsächlich gibt es solche Ideen und Projekte schon seit einiger Zeit. Ein bekanntes Beispiel ist „Project Primrose“ von Adobe. Das Projekt startete bereits 2013 und wurde 2023 bei der Adobe MAX erneut vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Kleid, das mithilfe von Bewegungssensoren und kleinen Knöpfen verschiedene Muster anzeigen kann.

Die Muster verändern sich je nach Bewegung der tragenden Person und wirken dadurch fast lebendig. Diese Technologie nutzt also keine leuchtenden Bildschirme wie ein Smartphone, sondern viele unter Strom gesetzte Platten mit reflektiven Hintergründen, die sich wie Pixel auf einem Bildschirm verhalten. So entstehen Animationen und Muster, die sich leicht programmieren lassen.

Schon vor Project Primrose existierte ein ähnlicher Gedanke: „Vision oft he Future“ ist ein Pullover, der theoretisch seine Farbe je nach Wetter ändern kann. Dieser Entwurf von 2013 war ein Gedankenexperiment von Adobe, dass sich damit beschäftigte wie Mode und Mode-Marketing im Jahr 2030 aussehen könnte. Da diese Technologie bis heute nicht existiert, wurde die Idee noch nicht praktisch umgesetzt, allerdings kann man sich das zugehörige Video auf der Website von Adobe anschauen. Anhand von „Vision oft he Future “ kann man sehen, wie lange sich Designerinnen und Designer bereits mit der Verbindung von Mode und Technologie beschäftigen.

Wie funktioniert das Ganze?

Das Kleid Primrose basiert auf einer Technik, die auch bei Smart-Fenstern verwendet wird. Diese bestehen aus speziellen Materialien, die unter Strom durchsichtig werden und ohne Strom milchig oder getrübt erscheinen. Das Adobe-Team fand einen Weg, diese Flächen wie einzelne Pixel zu nutzen, wenn sich darunter ein reflektierender Hintergrund befindet. So entstehen Muster, Formen und Bewegungen auf dem Kleid.

 Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die komplexe Technik tragbar zu machen. Schließlich soll ein Kleid nicht schwer, steif oder unbequem wirken. Um den gewünschten Effekt zu erreichen, befestigten die Designer insgesamt 1.182 einzelne Plättchen in aufwendiger Handarbeit auf dem Kleid, welche eine Schuppenpanzerartige Oberfläche bilden. Allein dieser Prozess zeigt, wie viel Arbeit und Präzision hinter dem Projekt steckt.

Was ist in Zukunft alles möglich?

Project Primrose ist nur ein Beispiel dafür, wie stark Mode und Technik in Zukunft verschmelzen könnten. Smarte Kleidung könnte bald Teil unseres Alltags werden. Denkbar wären T-Shirts, die medizinische Informationen wie Blutgruppe oder Allergien anzeigen, oder Westen, die über Stress, Puls oder Wohlbefinden informieren. Auch das Militär könnte digitale Tarnmuster entwickeln, die sich der Umgebung anpassen. Im Marketing wäre ebenfalls vieles möglich, etwa bewegte Werbung auf Arbeitskleidung.

Bis solche Ideen massentauglich sind, braucht es noch viel Forschung und Weiterentwicklung. Trotzdem scheint klar: Smarte Kleidung wird irgendwann keine Ausnahme mehr sein, sondern ganz selbstverständlich in unseren Kleiderschränken hängen.

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