Arnie steigt wieder in den Sattel. Pelz übergeworfen, Schwert gezückt, die Miene irgendwo zwischen Ernst und Selbstzitat. Ein neuer Conan-Film steht im Raum, mit dem gealterten Muskelprotz, Movie-Star und Spitzenpolitiker im Ensemble.
Das Original ist Kino aus einer Zeit, in der Muskeln Handlung ersetzt haben. Conan der Barbar galt lange als Kult. Grobschlächtiges Erzählen, steife Dialoge und eine Dramaturgie, die eher von Kraftposen als von Spannung lebt. Heute wirkt das wie ein Relikt.
Nostalgie statt Starpower
Hollywood setzt dennoch wieder auf solche Stoffe, garniert mit bekannten Namen und Gesichtern. So sinkt das Risiko, zumindest am Papier. Bloß kann das auch bei diesem Retro-Projekt funktionieren?
Schwarzeneggers Filmografie der vergangenen Jahre erzählt keine Erfolgsgeschichte. The Last Stand verpuffte an den Kinokassen. Terminator Genisys brachte zwar Einnahmen, hinterließ jedoch wenig Eindruck. Terminator: Dark Fate scheiterte deutlich.
Der Filmkritiker und Chefredakteur des Filmmagazins Film Plus Kritik Christian Klosz meint trotzdem: „Arnold Schwarzenegger ist definitiv eine Marke, die existiert.“
Schwarzenegger trägt heute allerdings keinen Film mehr allein. Er zieht weniger als Actionheld, eher als Erinnerung an frühere Kinozeiten.
Der Conan-Effekt
Ein neuer Conan würde diesen Mechanismus bedienen. Die Figur bleibt, die Struktur verändert sich. Schwarzenegger rückt wohl in die zweite Reihe. Ein jüngerer Darsteller übernimmt die Hauptrolle.
Klosz sieht darin ein Muster: „Das zieht über den Nostalgie-Effekt Publikum an, das den Originalfilm kennt und gerne reinschaut.“
Hollywood baut mit solchen Projekten auf Wiedererkennung und hofft auf Anschlussfähigkeit. Das hat bereits funktioniert. Top Gun: Maverick zeigte, wie ein alter Stoff mit neuen Elementen überzeugen kann. Der Unterschied liegt im Detail. Dort verband sich Nostalgie mit Weiterentwicklung. Conan bringt diese Voraussetzungen nicht automatisch mit.
Ein Held aus einer anderen Zeit
Die Figur Conan stammt aus einer Welt, die einfach funktioniert. Stärke entscheidet. Moral bleibt überschaubar. Konflikte lösen sich mit dem Schwert.
Moderne Fantasy arbeitet anders. Game of Thrones etablierte politische Intrigen, Ambivalenz und Figuren mit Brüchen. Conan wirkt daneben wie ein Echo aus einer Vergangenheit, die Komplexität nicht vermisst hat.
Klosz sieht dennoch Raum für solche Projekte. „Ich glaube, dass das funktionieren kann, aber nur, wenn man auch etwas Neues einbringt.“ Nostalgie allein ist zu wenig.
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