Die Patriot Games sollen im Herbst 2026 über die Bühne gehen, als der Teil der Feierlichkeiten zur Unabhängigkeitserklärung vor 250 Jahren. Vier Tage sollen die Spiele dauern. Teilnehmen sollen laut Ankündigung „die besten Highschool-Athletinnen und -Athleten“, aus jedem Bundesstaat jeweils ein junger Mann und eine junge Frau. Das Event soll im Fernsehen laufen. Spielmacher soll Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Junior, sein, der Sohn des 1968 ermordeten Senators Robert F. Kennedy.
Angekündigt hat die Patriot Games in einem Video die Initiative Freedom 250. Das ist die Organisation, die die Jubiläumsfeiern koordiniert. Trump hat die Patriot Games erstmals vergangenen Sommer skizziert. Vor Weihnachten hat Trump ihre Abhaltung bestätigt. Die US-Medien haben darüber ausführlich berichtet.
Welche Sportarten dabei ausgerichtet werden, ist noch offen. Also ob Ballsport, Leichtathletik, Einzel- oder Teamwettkämpfe. Sicher ist laut Trump nur: „Ich verspreche, es wird keine Männer geben, die in Frauensportarten antreten“
Kritiker und politische Gegner von Trump vergleichen seit seiner Ankündigung die Patriot Games in den traditionellen und sozialen Medien mit The Hunger Games der Romanautorin Suzanne Collins’. The Hunger Games spielen um das Jahr 2330. Der Handlungszeitraum umfasst mit Rückblenden acht Jahrzehnte.
Bei den Spielen müssen jedes Jahr jeweils zwölf minderjährige Mädchen und Burschen in einer Arena bis zum Tod gegeneinander kämpfen. Eine Strafe und ein Unterhaltungsevent zur Einschüchterung der Bevölkerung nach einem vergangenen Bürgerkrieg.
Ort ist der totalitäre Staat Panem. Hauptstadt und Machtzentrum ist das Kapitol. Der Präsident des Landes ist Coriolanus Snow. Panem besteht aus zwölf Distrikten. Sie versorgen das Kapitol mit Rohstoffen und Lebensmitteln. Die Bewohner der Distrikte empfinden Hass gegenüber dem Kapitol und wollen die Spiele beenden.
Der Nachrichtensender CNN sieht Parallelen zwischen den Hunger Games und den Patriot Games. Da wie dort würden ein Junge und ein Mädchen ihren Bundesstaat (beziehungsweise Distrikt) vertreten und gegen andere „Provinzen“ antreten. Darüber hinaus sollen Trumps Spiele ebenso wie die Hunger Games live als TV-Spektakel übertragen werden.
Die Zeitung Watson zieht einen anderen Vergleich. Trump hat die USA im Video als „Major Capitol“ bezeichnet. Watson assoziiert das mit dem Kapitol in Panem.
Fans der Romanreihe verweisen auf Reddit auf zeitliche Überschneidungen. Ein Teil der Hunger Games-Erzählung spielt von heute an gerechnet in 250 Jahren. Die Patriot Games sollen zum 250. Staatsjubiläum der USA stattfinden.
Memes in den sozialen Medien: Trumps Patriot Games erinnern an Collins‘ Hunger Games (Foto: Screenshot Reddit)
Auch die politischen Gegner kritisieren Trumps „patriotische Spiele“. Der demokratische Gouverneur von Illinois, JB Pritzker postete auf X ein Foto von Präsident Snow, der die Spiele überwacht.
Die demokratische Abgeordnete Delia Ramirez aus Illinois schrieb auf X: „Ein Wettbewerb zwischen Teenagern, der von Autoritären geschaffen wurde, um die Menschen von ihrer Brutalität und Korruption abzulenken? Was könnte da schon schiefgehen? Wenn es doch nur ein Buch gäbe, das uns ganz genau sagt, was als Nächstes passiert“.
Und der demokratische Kommentator Brian Tyler Cohen postete ebenfalls auf X. „Wir haben um bezahlbare Gesundheitsversorgung gebeten, und die Republikaner geben uns die Hunger Games.“
In den sozialen Medien kursieren zudem Memes über die optischen Parallelen der Präsidenten. Weiße Haare, fortgeschrittenes Alter, ein harter, eisiger Blick aus blauen, entschlossenen Augen und eine stämmige, schwer wirkende Erscheinung.
Ein optischer Vergleich: Präsident Trump und Präsident Snow (Foto: CNN)
Selbst im Auftreten ähneln sich die Figuren. Demonstrativ selbstsicher, unangreifbar, mit einer Gelassenheit, die Macht signalisiert. Unaufgeregt, ungerührt, von einer unerschütterlichen Selbstgewissheit.
Abgerundet durch rhetorische Symmetrien: die Ansprachen sind theatralisch und dramatisch. Nur selten neutral und dogmatisch. Eine Verkündung aus einer erhöhten, autoritären Position, die einen Spannungsbogen aufbaut und mit einer Pointe endet.
Hinzu kommt die Inszenierung der Macht beider Staatsoberhäupter durch Ästhetik und Symbolik, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Triumphbogen, Militärparaden, Kampfsport-Events. Die Spiele sind weniger patriotische Sportevents, mehr symbolische Show. Klar ist aber auch: Die Patriot Games sind kein Todeskampf. Niemand wird ausgelost, niemand wird sterben.
Suzanne Collins veröffentlichte die bisher letzte Reihe des Romans „Sunrise oft he Reaping“ im März 2025. Die Nachverfilmung kommt im Herbst 2026 in deutschsprachige Kinos. Zeitgleich mit den Patriot Games.
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