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Erfolgsprämie für Kontrolleure: Wie es in den Ländern aussieht

Bei den Wiener Linien bekommen Kontrolleure 7,30 Euro pro erwischtem Schwarzfahrer. Bei den Verkehrsbetrieben in den Bundesländern herrscht Verständnislosigkeit darüber. Prämienmodelle gibt es sonst nirgends.
Julia Ehrensberger  •  8. August 2025 Redakteurin    Sterne  566
Bernadette Krassay  •  8. August 2025 CvD    Sterne  858
„Eine Prämie? So etwas gibt es bei uns nicht“, sagte eine Konzernsprecherin der Holding Graz. (Foto: APA Picturedesk)
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Ein campus a-Bericht über die Erfolgsprämien für Fahrscheinkontrolleure der Wiener Linien hat zuletzt für Aufregung gesorgt. 7,30 Euro mindestens bekommen sie pro Aufgriff, zahlreiche Medien übernahmen den Bericht. Wir haben uns gefragt: Wie halten das eigentlich die Verkehrsbetriebe anderer Städte und Bundesländer?

„Eine Prämie? So etwas gibt es bei uns nicht“, sagte eine Konzernsprecherin der Holding Graz. Wie die Kleine Zeitung berichtet, kontrolliert der Grazer Parkraum- und Sicherheitsservice (GPS) im Auftrag der Graz Linien die Tickets. Sprecher Alexander Lozinsek betont: „Wir zahlen sicher keine Fangprämie“.

„Die Bezahlung erfolgt ohne Erfolgsprämien und Provisionen“ so Susanne Gillhofer, Sprecherin der Linz AG. In der Oberösterreichischen Landeshauptstadt kontrolliere „ein internes Service-Team“ die Fahrscheine.

Beim Verkehrsverbund Tirol (VVT) gibt es keine klassischen Kontrolleure. Stattdessen sind sogenannte „Mobilbegleiter“ im Einsatz, die in erster Linie für Service, Aufklärung und Prävention zuständig sind und „nicht für Sanktionen“. Mobilbegleiter bei den VVT erhalten „keine Provision oder Prämie für erwischte Personen, die kein Ticket mitführen“, so deren Sprecherin.

Bei der Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) heißt es: „Unsere Kontrolleure profitieren derzeit nicht von einem Provisionssystem. Diese kolportierte Vorgehensweise wird bei uns nicht durchgeführt. Die haben ein Gehalt und es gibt nicht diese Motivation, möglichst viele zu erwischen, um die Provision zu steigern.“ Der Fokus liege eher auf dem Serviceauftrag den Fahrgästen gegenüber.

Auch bei den Verkehrsbetrieben Burgenland gibt es keine Prämie für Kontrolleure: „Das klassische Schwarzfahren gibt es bei uns nicht, bei uns kommt ein Fahrgast ohne Ticket nicht beim Buslenker vorbei. So etwas wie in Wien haben wir nicht“, so eine Sprecherin.

Auch bei Vorarlberg VMobil erhalten Kontrolleure, die auch dort Mobilbegleiter heißen, keine Prämie: „Unsere Mobilbegleiter, unter deren Aufgabengebiet unter anderem auch die Fahrscheinkontrolle fällt, erhalten keine Prämie so wie bei den Wiener Linien,“ so deren Sprecher.

Die Fahrscheinkontrolle im Stadtverkehr bei den Salzburg Linien erfolgt im Auftrag der Firma Securitas Salzburg. Doch „die Kontrolleure erhalten keine Kopfgeldprämie und zwar bewusst nicht“, so Pressesprecher Harald Haidenberger.

Die Kärntner Linien waren auf Anfrage von campus a nicht erreichbar. Wien scheint damit das einzige Bundesland in Österreich zu sein, dass auf Prämien setzt. Die Begründung der Wiener Linien lautet hierfür: „Ein dickes Fell, Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnisse sind dabei Teil der Grundausrüstung für den Job. Die Wiener Linien haben sich daher zu einer leistungsbasierten Prämie entschieden.“ 

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