Eine neue Studie macht nun Hoffnung für ewiges Leben. Die von einem internationalen Forscherteam rund um den Onkologen Satoshi Kato durchgeführte Studie eröffnet eine neue Seite des Wirkstoffs. Sie konnte eine lebensverlängernde Wirkung bei Mäusen bestätigen. Nach der Verabreichung von Psilocybin verfügten die Zellen über weniger altersbedingte Schäden, regenerierten sich schneller und blieben funktionstüchtiger. Damit scheint Psilocybin Potenzial für die Longevity-Forschung zu haben.
Der Biologe Christian Schöfer von der MedUni Wien ist optimistisch, warnt aber vor zu schneller Euphorie. „Es handelt sich dabei um eine vielversprechende Hypothese der Autoren. Weitere Studien sind aber notwendig“, sagt er. Die Studie belege einen lebensverlängernden Effekt bei Zellen von Mäusen.
Studien am Menschen würden noch fehlen. „Am menschlichen Organismus führen Forschende nur selten solche Studien durch. Wegen seiner Komplexität eignet er sich nicht gut als Modellsystem“, so Schöfer. Stoffe, die das Leben von Labortieren verändern können, führen beim Menschen oft zu unerwünschten Nebenwirkungen
Ziel der Longevity-Forschung ist nicht nur die Verlängerung des Lebens. Im Zentrum steht ein langes Leben in gutem Zustand. Gesund Altern bedeutet Krankheiten zu vermeiden, aber auch Zellen, Gewebe und Organe länger funktionsfähig zu halten. Bei der Studie konzentrierten sich die Forschenden auf alternde Zellen, die sich nicht mehr teilen und Entzündungsprozesse im Körper fördern. Sie treiben den Alterungsprozess voran und stehen in Verbindung mit chronischen Erkrankungen wie Arteriosklerose, Osteoporose oder Alzheimer. Nachdem die Forscher den Mäusen Psilocybin verabreicht hatten, gingen die Entzündungen zurück.
Die bewusstseinsverändernde Wirkung von Psilocybin spielte in der Studie keine Rolle. Die bei dem Experiment verabreichte Dosierung ist dafür zu niedrig. Selbst die Mikrodosis konnte den zellulären Alterungsprozess verlangsamen. Es ist offen, was eine größere Menge bewirken könnte.
Theorien über lebensverlängernde Substanzen und Methoden gibt es viele. So sprechen Forschende etwa Rotwein, der mediterranen Ernährungsform und dem Intervallfasten eine verjüngende Wirkung zu. Eine geringere Kalorienzufuhr soll die Lebensspanne verlängern, ergaben wissenschaftliche Vergleichsstudien.
Noch ermöglicht die Medizin keine Verjüngung des Menschen. Wer länger leben möchte, muss vorerst weiterhin regelmäßig Sport treiben, ausreichend schlafen, sich gesund ernähren und auf Alkohol und Zigaretten verzichten.
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