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„Angefixt vom Journalismus“: Krone-Adabei Schenz im Gespräch

Er jagte Bankräuber, interviewte Hollywoodstars und formte ein ganzes Ressort. Krone-Adabei-Chef Norman Schenz gibt Tipps für journalistische Einsteiger und erzählt von den Herausforderungen während seiner eigenen Karriere.
Christina Torghele  •  7. April 2026 Volontärin    Sterne  36
Society-Journalist Norman Schenz am Wiener Opernball. (Foto: APA-Images)
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Norman Schenz wächst mitten im Society-Journalismus auf. Sein Vater, der unter anderem Chefredakteur des Lifestyle-Magazins Gala war, nahm ihn früh zu Terminen mit. „Ich habe wirklich viele prominente Menschen als Bub schon kennengelernt“, erzählt er im Gespräch mit campus a.

Trotzdem plant er zuerst anders. Medienrecht erscheint ihm als zukunftssichere Alternative. Doch es zieht ihn von der Theorie zurück zur Praxis. Mit vielen Jobs, wenig Geld und ohne Sicherheit beginnt seine Karriere. „Ich habe einfach gearbeitet, weil ich arbeiten wollte. Das ist dieses Angefixtsein“, sagt Schenz. 

Der Werdegang

Gestartet hat Schenz in der Chronik, weit entfernt von Stars und roten Teppichen. Er beschreibt die ersten Jahre als prägend, hier lernt er die Basics: wer, was, wann, wo. Ein Auftrag zu Beginn bleibt ihm besonders im Kopf: ein Bankräuber mit Clownsmaske. Sein Chef beauftragt ihn, den Mann zu suchen. „Und ich Blödmann habe mich auf mein Motorrad gesetzt und den wirklich gesucht!“ Schenz findet ihn nicht, doch die Begeisterung für das Aufregende bleibt. 

Parallel sammelt er erste große Momente, wie etwa ein Interview mit Leonardo DiCaprio in New York. Später folgt der Wechsel zur Tageszeitung Österreich. Dort wächst er in die Society hinein. Mit seinen exklusiven Geschichten bekommt er mehrere Angebote, entscheidet sich für die Kronen Zeitung. „Ich habe mir gedacht, ich fahre im stärksten Auto“, begründet Schenz.

Gemeinsam mit seinen Kollegen entwickelt er dort das Unterhaltungsressort. Heute umfasst es mehrere Bereiche: Streaming, Fernsehen, Medienpolitik und Society. Um diese Vielfalt zu managen, ist ein langfristiger Plan unumgänglich. „Ich plane mindestens ein Jahr voraus. Vorbereitung ist alles!“

Das Fachliche

Sein Alltag bleibt intensiv. Termine am Tag, Events am Abend. „Die zehn, zwölf Stunden knacke ich nicht nur einmal in der Woche“, scherzt er im Gespräch. 

Im Society-Journalismus setzt er klare Grenzen, auch wenn Vertrauen oft die Basis bildet. Nähe entsteht, doch Distanz bleibt wichtig. Er will unabhängig bleiben und keinem etwas schuldig sein. Auch bei sensiblen Themen zeigt sich diese Haltung. „Wenn mich jemand bittet, nicht über etwas Sensibles oder Höchstprivates zu schreiben, dann mache ich das nicht. Der Mensch steht im Mittelpunkt.“

Die wichtigste Grundlage seiner Arbeit bilden seine zahlreichen Kontakte. „Das Geheimnis des Erfolgs war für mich ein gutes Telefonbuch“, sagt Schenz. Das müssen sich Journalisten durch Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz erarbeiten. 

Fernab vom alltäglichen Glamour bringt der Society-Journalismus auch schwierige Seiten mit sich. Ablehnung, Druck und Konflikte gehören dazu. Schenz erzählt, wie er solche Konflikte reflektiert und kritisch gegenüber sich selbst und der Branche bleibt. Besonders sein eigenes Rollenverständnis ist hierbei wichtig, um seine journalistische Sorgfalt zu wahren. „Ich bin kein Prominenter, ich bin Journalist. Am Ende des Tages bin ich zur vollen Transparenz gegenüber den Lesenden verpflichtet“, betont Schenz.

Gerade im Zeitalter von Social Media sieht er eine wichtige Aufgabe für Journalisten, publizierte Inhalte stärker einzuordnen. „Das macht den Journalismus schwieriger“, meint er.   

Schenz Tipps für Newcomer-Journalisten

1.     Erwarte nichts geschenkt, sondern erarbeite dir jede Chance selbst.

2.     Lerne das Handwerk von Grund auf.

3.     Baue dir ein Netzwerk auf, indem du präsent und konsequent bleibst.

4.     Begegne Menschen offen und ehrlich, denn Respekt zahlt sich immer aus.

5.     Bewahre deine Integrität und lass dich weder kaufen noch beeinflussen.

6.     Bereite dich gründlich vor, denn Wissen trägt jedes Gespräch.

7.     Bleib neugierig, denn echtes Interesse führt zu den besten Geschichten.

8.     Sei hartnäckig, frag nach und bleib dran.


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