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Pervitin: Das Allheilmittel für Soldaten im Krieg

Im Zweiten Weltkrieg setzten die Deutschen leistungssteigernde Drogen wie Pervitin (Crystal Meth) und Kokain bei Soldaten ein, um Müdigkeit und Schmerzen zu unterdrücken. Die kurzfristigen Vorteile verdeckten lange die schweren gesundheitlichen Folgen.
Simone Ofenböck  •  7. Februar 2025 Schüler*in      10
Soldaten nahmen im Zweiten Weltkrieg Pervitin (das heutige Crystal Meth) als Aufputschmittel. (Foto: picturedesk)

Ursprünglich wurde die Droge Pervitin (heute: Crystal Meth), die von Chemiker Fritz Hauschild Ende der 1930er hergestellt wurde, am legalen Markt in Form von Pralinen und Schokolade verkauft. Die Einnahme dieses Suchtmittels unterdrückte das Hunger- und Müdigkeitsgefühl, wodurch man optimistischer und fröhlicher wurde. Pervitin wurde den Soldaten von der Wehrmacht einerseits in Form von Tabletten und andrerseits als Pulver welches in Getränken aufgelöst wurde, zur Verfügung gestellt

Durch eine Vielzahl an positiven Testversuchen, zeigte das Militär umgehendes Interesse an diesem Rauschmittel. Man konnte Pervitin in allen Kriegslagern auffinden, da sie durch die Wirkung Tag und Nacht ohne Ermüdung und Schmerzen kämpfen konnten. Den Nebenwirkungen des Aufputschmittels wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Doch sie waren verheerend, meist bekamen die Soldaten Schwindelanfälle, Schweißausbrüche, Wahnvorstellungen, Depressionen und Herzprobleme. Bald wurde die Wunderpille rezeptpflichtig, außer an der Front. Erst nach vielen Jahren wurde Pervitin aus den Armeen, der Sportbranche, sowie aus dem Medikamentenmarkt genommen.

In der heutigen Zeit wird statt Pervitin, Captagon verwendet. Es wird ebenso strategisch im Krieg eingesetzt.

Aber es wurde nicht nur die Droge Pervitin eingesetzt, sondern auch Kokain und andere Mittel. Kokain wurde als Medizin eingesetzt vor allem wenn man Schnupfen hatte. Damals wurde es so verharmlost wie Tabak. Ebenfalls wurde es von Militärmedizinern zur Leistungssteigerung verschrieben. Als festgestellt wurde, dass zu wenig Kokain vorhanden war, ersetzte man es durch regelmäßiges Rauchen von Zigarren. Später wurde Kokain vom Pharmaunternehmen Tabloid von Burroughs Wellcome & Co in London in Form von Tabletten produziert.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Einsatz dieser Droge in Frage gestellt, durch die psychischen Schäden, welche die meisten Leute davon bekamen. Dies führte dazu, dass die Verwendung von Pervitin nach dem Krieg verboten wurde, außer für medizinische Zwecke.

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