Vater der Theranostik (Foto: Barbara Herz)Univ. Prof. Dr. Rainer Lipp, Österreichische Gesellschaft für Nuklearmedizin und Theranostik (OGNT), erzählt uns über den Welttag der Theranostik.
Der Begriff stammt aus der Nuklearmedizin und setzt sich aus Therapie und Diagnostik zusammen. Es handelt sich um einen Ansatz der nuklearmedizinischen Präzisionsmedizin, bei dem derselbe molekulare Zielpunkt im Körper genutzt wird, um eine Krankheit (meist Krebs) zuerst sichtbar zu machen (Diagnostik) und anschließend gezielt zu bekämpfen (Therapie).
Dieser Tag erinnert an die bahnbrechende erstmalige Anwendung von Radiojod (Jod 131) zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen durch Dr. Saul Hertz im Jahr 1941, mit der erstmals Patientinnen geheilt wurden. Seit damals nimmt die Nuklearmedizin in der Diagnostik und in der zielgerichteten Behandlung von Krebs eine führende Stellung ein. In den letzten Jahren gab es insbesondere für die Behandlung von Prostatakrebs und neuroendokrinen Tumoren Innovationen, die mittlerweile auch den Weg in die einschlägigen Behandlungsleitlinien und somit in die klinische Routine gefunden haben.
An diesem Tag bieten internationale Organisationen wie die World Association of Radiopharmaceutical and Molecular Therapy oder die Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging Fortbildungen und Webinare an, um das große Potential dieser Diagnostik und gut verträglichen Therapie für interessierte Fachkolleginnen wie auch Patientinnen näher zu bringen und zielt darauf ab, den Patientenzugang zur Nuklearmedizin zu verbessern.
Auch die Österreichische Gesellschaft für Nuklearmedizin und Theranostik (OGNT) hat dieses wichtige Zukunftsthema auf ihre Fahnen geheftet, mit dem Ziel, Strukturen und Einrichtungen in Österreich zu verbessern, um dem steigenden Versorgungsbedarf an Therapieeinheiten gerecht zu werden.
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