Immer häufiger berichten Menschen davon, trotz harter Arbeit kaum über die Runden zu kommen. Viele haben mehrere Jobs, doch das Einkommen reicht oft nicht für ein finanziell sorgenfreies Leben. Der österreichische Staat stellt zahlreiche Förderungen bereit, um soziale Sicherheit zu gewährleisten. Dennoch geraten viele Erwerbstätige in finanzielle Not. Warum wächst die Working Poor-Bevölkerung stetig?
Ein wesentlicher Grund liegt in der schlechten Bezahlung von Berufen, die keine formale Ausbildung erfordern – etwa in der Reinigung, Pflege oder im Handel. Nicht alle haben die gleichen Chancen auf höhere Bildung. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund oder aus einkommensschwachen Familien stoßen auf zusätzliche Hürden, die den Einstieg ins Berufsleben erschweren.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der anhaltende Anstieg der Lebenshaltungskosten. Mieten, Energiekosten und Lebensmittelpreise belasten Haushalte zunehmend und erschweren die finanzielle Stabilität. Selbst mit einem geregelten Einkommen bleibt am Monatsende oft kaum Geld übrig.
Trotz staatlicher Unterstützung bleibt der Zugang zu Förderungen kompliziert. Wohnbeihilfen, Sozialleistungen oder Zuschüsse sind zwar vorgesehen, doch die Beantragung gestaltet sich oft schwierig.
Ein Beispiel: Eine Person lebt allein in einer 50-Quadratmeter-Gemeindewohnung, zahlt 600 Euro Bruttomiete und möchte eine Wohnbeihilfe beantragen. Die erste Herausforderung besteht darin, sich über den Antrag zu informieren. Besonders ältere Menschen, die sich in der digitalen Welt schwer zurechtfinden, stoßen hier auf Probleme.
Ist die Informationsbeschaffung geschafft, folgt die nächste Hürde. Eine EU-Staatsbürgerschaft oder ein mehrjähriger rechtmäßiger Aufenthalt wird vorausgesetzt. Zudem muss das Einkommen in einem bestimmten Rahmen liegen – in diesem Fall zwischen 1.100 und 1.400 Euro. Mietvertrag, Einkommensnachweise und Meldezettel müssen eingereicht werden. Nach dem Abschicken des Antrags beginnt das Warten. Die Bearbeitung dauert oft mehrere Wochen – eine Zeit, in der finanzielle Schwierigkeiten weiter bestehen.
Der Weg zu sozialer Unterstützung ist kompliziert und setzt Selbstverantwortung, Organisation und Geduld voraus. Wer in finanzieller Not ist, benötigt schnelle und unbürokratische Hilfe. Doch die Realität zeigt: Der Zugang zu Förderungen bleibt für viele eine große Herausforderung.
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