Der Juli verläuft für Eissalons in Österreich enttäuschend. Der seit Wochen anhaltende Dauerregen lässt die Umsätze dramatisch einbrechen. Viele Betriebe müssen ihr Geschäft früher als sonst schließen, so auch das Alpz Gelato & Cafe in Salzburg. „Der Umsatz ist wegen des andauernden Regens im Juli historisch schlecht, vor allem, weil das Abendgeschäft wegfällt“, meint Mitarbeiterin Kirsten Karaarslan besorgt. Während die Einheimischen im Sommer die Stadt meiden, ziehen sich Touristen bei Regen lieber in Lokale oder Einkaufszentren zurück.
Auch Ferialarbeiter sind betroffen: „Bei diesem Wetter können wir sie kaum einsetzen, denn es regnet nicht nur seit ein paar Tagen, sondern bereits seit drei Wochen.“ sagt Kirsten Karaarslan. Sie hofft auf besseres Wetter im Herbst, um die Verluste wieder auszugleichen.
Mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaften Österreichs Eissalons pro Jahr. Rund 420 Betriebe sind es landesweit, davon etwa 150 in Wien. Damit weist die Hauptstadt die höchste Dichte an Eissalons pro Kopf in ganz Europa auf.
2025 gaben Österreicher durchschnittlich 36,95 Euro pro Kopf für Speiseeis aus und aßen dabei im Schnitt 6,71 Kilogramm pro Person. Doch der Markt ist hart umkämpft. 90 Prozent des Eiskonsums entfallen auf die Industrie. In Supermärkten kaufen Kunden auch nach wie vor am liebsten Österreichs Branchenprimus Unilever mit Marken wie Cremissimo, Magnum oder Twinni.
Mit dieser Marktdominanz haben kleine Betriebe zu kämpfen, doch noch schwerer wiegt der verregnete Juli. „Wir machen ganze 25 Prozent weniger als im Juli des Vorjahrs“, bestätigt eine Mitarbeiterin von Castillo’s Eis & Bar in Wien. Auch wenn Touristen weiterhin Eis essen, fehle es auch in diesem Salon vor allem an einheimischen Kunden.
Der Juli 2025 dürfte laut Meteorologen mit rund 50 Prozent mehr Niederschlag als im Durchschnitt der viertniederschlagsreichste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 168 Jahren sein. Der Juni 2025 war dagegen der drittwärmste und zweitsonnigste der Messgeschichte.
Attila Slekta, Geschäftsführer der Gelateria La Romana in Wien, sieht die Zahlen mit Sorge. „Wenn ich vergleiche, wie viele Gäste vergangenes Jahr im Juli bei uns waren und wie viele jetzt, dann ist das schon ein großer Unterschied.“ Der Rückgang sei deutlich spürbar und der Umsatz entsprechend rückläufig.
Auch Luca Alberti, Branchensprecher der italienischen Eissalons Österreichs bestätigt: „Die Einheimischen sind im Juli im Urlaub, und bei dem Regen bleiben die Touristen lieber im Hotelzimmer oder gehen ins Museum, statt zu uns in die Eissalons zu kommen.“ Zum Schulanfang hofft er darauf, dass die Einheimischen wieder zurückkehren und damit auch die Umsätze steigen.
Laut Alberti war der Juni 2025 zwar historisch gut, doch der Juli habe die guten Umsätze gedämpft. „Der Regen ist unser größtes Problem“, sagt er. Auch wer beste Qualität bietet und einen treuen Kundenstamm hat, ist letztlich vom Wetter abhängig. Es bleibt der entscheidende Faktor für den Umsatz. „Bei schlechtem Wetter hilft dir auch das beste Pistazieneis nichts, die Menschen kommen einfach nicht“, sagt er.
Nun hoffen viele Betreiber, dass sich der Sommer in den kommenden Wochen doch noch zurückmeldet, denn regnet es noch länger, geraten saisonabhängige Eissalons zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
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