Ein AirFryer ist ein Küchengerät, das Lebensmittel mit heißer Luft gart und so das Frittieren mit Öl nachahmt, jedoch deutlich fettärmer. Im Inneren zirkuliert ein Heißluftstrom, der Pommes, Hähnchen oder Gemüse knusprig macht, ohne Ölbad. Technisch gesehen handelt es sich also eher um einen kompakten Umluftofen als um eine klassische Fritteuse.
Philips stellte den ersten AirFryer 2010 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vor. Entwickelt hat ihn der niederländische Ingenieur Fred van der Weij, der eine Alternative zur klassischen Fritteuse suchte. Er wollte weniger Fett und Geruch, als es beim klassischen Frittieren der Fall ist. Seitdem haben Elektrogeräte-Hersteller eigene Modelle auf den Markt gebracht. Besonders während der Corona-Pandemie erlebte der AirFryer einen Boom. Daheim zu kochen statt auswärts zu essen, da bot sich der AirFryer als verführerisch einfache Lösung an.
Hype oder wahre Frittier-Revolution?
Ob der AirFryer wie der Thermomix langfristig ein Kultgerät bleibt, ist noch offen. Kritiker sehen in dem Gerät einfach einen kleinen Ofen mit geschickter und teurer Vermarktung. Befürworter schätzen die Schnelligkeit, die Energieeffizienz und die einfache Handhabung. In kleinen Haushalten kann er den Backofen ersetzen und neben Platz auch Zeit und Strom sparen.
Was Thermomix für Hausfrauen ist, ist der AirFryer für Millennials. Dass er sich so rasant verbreiten konnte, liegt an seiner praktischen Funktion sowie an seiner perfekten Inszenierung in den sozialen Medien. Instagram und TikTok haben den Hype befeuert. Millionen von Videos zeigen, wie User Lachs grillen, krossen Tofu zubereiten oder sogar Brot im stylischen Hochglanzgerät backen. Laut Schätzungen gibt es inzwischen mehr als 570 Millionen Videos zum Thema auf TikTok. Ein unschlagbares Marketing, das klassische Werbung kaum leisten könnte.
Vor allem Millennials und die Generation Z haben den AirFryer zum „Must-have“ erklärt. Sie schätzen den Lifestyle-Faktor. Während ältere Generationen oft skeptisch reagieren und das Gerät mit den Worten „Warum brauchen wir das, wir haben doch einen Ofen?“ für überflüssig halten, entdecken die jüngeren die mannigfaltigen Möglichkeiten. Quesadillas, Kebab, Lasagne, Cheesecake oder Brownies. Der AirFryer hat längst bewiesen, dass er mehr ist als nur ein Ersatz für die Fritteuse.
Hersteller werben gern mit dem Versprechen „fettarmer Pommes“. Tatsächlich benötigen sie im Vergleich zur klassischen Fritteuse deutlich weniger oder gar kein Öl. Studien zeigen, dass dies die Kalorienmenge reduziert und die Zubereitung somit gesünder ist. Dennoch entstehen bei hohen Temperaturen, ähnlich wie im Backofen, Stoffe wie Acrylamid, die in großen Mengen gesundheitlich bedenklich sein können. „Gesund“ ist also ein relativer Begriff. Der AirFryer ist im Vergleich zum Frittieren im Öl zweifellos die bessere Wahl, aber kein Freifahrtschein für unbegrenzten Pommes-Genuss.
Trotz des gesunden Images kann der Gebrauch von Heißluftfritteusen problematisch sein. Bei Temperaturen mehr als 120 Grad entsteht bei der sogenannten Maillard-Reaktion Acrylamid. Eine Substanz, die laut internationalen Fachgesellschaften wie der International Agency for Research on Cancer (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ gilt. Das Council for Education and Research on Toxics (CERT) reichte 2021 eine Klage gegen Hersteller von AirFryern ein, weil sie in einem Test von zwölf Modellen bei der Zubereitung von Pommes Acrylamid in relevanten Konzentrationen nachweisen konnten.
Dennoch bedeutet dies nicht, dass der AirFryer zwangsläufig krebserregend ist. Entscheidend sind die eigene Nutzung und die gewählten Einstellungen. Wer stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln oder Brot bei sehr hohen Temperaturen und für längere Zeit gart, erhöht die Bildung von Acrylamid. Unabhängig davon, ob im AirFryer, im Backofen oder in der Pfanne. Bei moderaten Temperaturen und kürzeren Garzeiten bleibt die Belastung deutlich geringer. Fachleute warnen daher vor einem falschen Sicherheitsgefühl. Pommes aus der Heißluftfritteuse sind zwar kalorienärmer, aber nicht automatisch gesund. Viel wichtiger ist, wie häufig solche Speisen gegessen werden und ob sie eher die Ausnahme oder den täglichen Standard darstellen.
Sehr gut funktionieren im AirFryer Speisen wie Pommes-Frites, Kartoffelspalten oder Wedges, ebenso Gemüse von Blumenkohl über Zucchini bis hin zu Brokkoli. Auch Fleisch wie Hähnchenflügel, Koteletts oder Hackbällchen gelingen zuverlässig, und sogar Aufbackbrötchen oder kleine Pizzen werden knusprig. Weniger geeignet sind sehr flüssige Teige wie Pfannkuchen, stark wasserhaltige Lebensmittel wie Tomaten sowie große Bratenstücke, die schlicht nicht in den kleinen Garraum passen.
Ein beliebtes vegetarisches Rezept sind knusprige Blumenkohl-Wings. Dafür Blumenkohlröschen in einer Mischung aus Olivenöl, Paprikapulver, Knoblauch und etwas Mehl wenden und anschließend bei 180 Grad rund 15 Minuten im AirFryer garen, bis sie außen goldbraun und knusprig sind. Ein Joghurt-Dip passt hervorragend dazu.
Auch Fleischliebhaber kommen auf ihre Kosten. Besonders beliebt sind Hähnchen-Sticks. Diese mit einer Marinade aus Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch und Kräutern einreiben und im AirFryer bei 180 Grad etwa 25 Minuten garen. Zwischendurch einmal wenden, damit sie gleichmäßig bräunen. Serviert mit Salat oder Ofengemüse ergibt sich ein schnelles, herzhaftes Gericht.
Wer es süß mag, kann Apfelringe mit Zimt und Zucker ausprobieren. Dafür die Äpfel entkernen, in Scheiben schneiden und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Anschließend in einer Mischung aus Zimt und Zucker wenden und bei 160 Grad rund zehn Minuten im AirFryer backen. Warm serviert mit Vanillejoghurt entsteht ein einfaches Dessert, das ohne viel Aufwand gelingt.
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