Bares für Rares, eine Folge der ZDF-Serie aus dem Archiv. Eine Juwelierin, die den Schätzwert von Schmuckstücken für die beliebte anschließende Versteigerung ermittelt, macht Smalltalk. „Wussten Sie, dass der menschliche Körper 0,2 Milligramm Gold enthält, das wir ständig aufnehmen und wieder ausscheiden?“, sagt sie. Moderator Horst Lichter freut sich über den kleinen Ausbruch aus der sich ständig wiederholenden Sendungsroutine. Die hoffnungsvollen Verkäufer sind beeindruckt. Aber stimmt das auch? Oder ist es doch eher eine Urban Legend?
Laut dem Gesundheitsblog Biology Insights stimmt es wirklich. Macht 1,6 Tonnen Gold, die insgesamt in menschlichen Körpern gebunden sind, ohne eine Funktion für die Gesundheit zu haben. Gold gelangt über Trinkwasser, bestimmte Medikamente oder pflanzliche Nahrung in den Körper. Der Organismus lagert es nicht ein, sondern scheidet es in Form kleinster Partikel wieder aus. Er braucht es nicht. Es zu gewinnen, etwa aus Exkrementen, macht keinen Sinn. Wegen der geringen Menge zahlt es sich nicht aus. Doch Metalle, darunter auch Gold, spielen in der Medizin seit jeher eine Rolle.
Während Gold im Grundaufbau des menschlichen Körpers eher ein stiller Mitfahrer ist, und weder nützt noch schadet, funktioniert ohne die sogenannten Spurenelemente, zu denen einige Metalle zählen, nichts. Eisen ermöglicht die Blutbildung und den Sauerstofftransport. Zink stärkt das Immunsystem, unterstützt das Wachstum und beschleunigt die Wundheilung. Kupfer und Cobalt greifen ebenfalls in lebenswichtige Stoffwechselprozesse ein. In Summe beinhaltet der menschliche Körper Metalle im Wert von derzeit 1.022 Euro. Das hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker berechnet.
Fabian Mohr, Chemiker und Wissenschaftler an der Bergischen Universität Wuppertal, hebt zudem die Einsatzmöglichkeiten von Edelmetallen in der Medizin hervor. „Edelmetalle und nicht nur Gold und Silber haben Bedeutung in der Medizin, etwa bei der Entwicklung neuer Therapien gegen Infektionen, Arthritis oder sogar Tumore.“
Chrom, Mangan und Molybdän helfen dem Körper, Nährstoffe optimal zu verwerten. Dazu kommen weitere Elemente wie Zinn, Silizium, Bor, Rubidium oder Vanadium. Zusammengerechnet bringen all diese Spurenelemente nur 50 Milligramm auf die Waage und entscheiden dennoch täglich über unsere Leistungsfähigkeit.
In den 1930er-Jahren behandelte der französische Arzt Jacques Forestier Patienten mit rheumatoider Arthritis erfolgreich mit Goldverbindungen. Die Goldtherapie war bis Ende der 1980er-Jahre bei starkem Rheuma das Mittel der Wahl. „Das ist tatsächlich eines der am längsten in Benutzung gewesenen goldbasierten Medikamente“, so Mohr.
In der Homöopathie spielt Gold ebenso eine Rolle. Samuel Hahnemann, der Begründer dieser Lehre, griff auf Erkenntnisse arabischer Ärzte zurück und empfahl Gold bei Schwermut. Homöopathen setzen es bis heute bei Menschen ein, die an hohen eigenen Ansprüchen leiden und sich innerlich erschöpft fühlen. Gold gilt dort als belebend und ausgleichend. In Salben, kombiniert mit Lavendel, soll es Nervosität, Herzklopfen und innere Unruhe lindern, wenn man es sanft in der Herzgegend einmassiert.
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